UZH Space Hub setzt Impulse für die Weltraumwirtschaft

Published on June 7, 2024

Der Space Hub der Universität Zürich betreibt seit kurzem am Innovationspark Zürich eine Multi-User-Facility für Startups aus dem Bereich Luft- und Raumfahrt. Mit seiner Expertise bildet der Space Hub das Scharnier zwischen Forschung, Entwicklung, Wirtschaft und Industrie.

Die Weltraumwirtschaft, ein rasant wachsender Wirtschaftssektor, eröffnet der Greater Zurich Area neue wirtschaftliche Perspektiven. Dies erläutert Oliver Ullrich, Luft- und Raumfahrtmediziner und Direktor des Space Hubs der Universität Zürich, als Keynote Referent an der Generalversammlung des Wirtschafts- und Standortförderungsnetzwerk «Flughafenregion Zürich». Eine wesentliche Rolle beim Aufbau der Weltraumwirtschaft spielt der UZH Space Hub: Er ist am Innovationspark Zürich das Scharnier, das Forschung, Innovation, Wirtschaft und Industrie direkt mit dem Kennedy Space Center in Florida und der amerikanischen Raumfahrtindustrie verbindet.

Neue industrielle Revolution 
Führende Ökonomen gehen davon aus, dass gegen Ende dieses Jahrzehnts im erdnahen Orbit eine neue industrielle Revolution beginnt. Dann nämlich werden private Raumstationen den unteren Erdorbit kommerziell erschliessen. Und dies zu einem Bruchteil der Transport- und Betriebskosten der staatlichen Raumfahrt. Dies ermöglicht es im Erdorbit bald nicht nur zu forschen, sondern auch zu produzieren. Davon profitieren Produkte, die in der Schwerelosigkeit einfacher herzustellen sind als auf der Erde: Halbleiter, Glasfasern, spezielle Legierungen, aber vor allem auch biomedizinische Produkte wie Medikamente, menschliche Gewebe aus Stammzellen für Transplantationen oder Tumororganoide für die Präzisionsmedizin

Weltraum wird kantonales Leuchtturmprojekt 
Der Kanton Zürich hat auf die neue Entwicklung reagiert: Im Regierungsratsbeschluss vom 10. April 2024 erklärt er die Nutzung des Weltraums zu einem der drei Innovations-Leuchtturmprojekte des Kantons. Gemäss Ullrich gewinnt die Weltraumwirtschaft mit dem Regierungsratsbeschluss in der Greater Zurich Area – Schweizer Hotspot für Innovation und Technologie – nochmals stark an Bedeutung. Dank der Nähe zum internationalen Flughafen in Kloten, einem wirtschaftlich starken Umfeld und Forschungs- und Bildungsinstitutionen von Weltrang bietet die Region beste Bedingungen für die neue erdnahe Weltraumwirtschaft. 

Halle 4 – Heimat für Startups aus Luft- und Raumfahrt
Ein zentraler Faktor für den erfolgreichen Einstieg in die Weltraumwirtschaft ist u.a. der UZH Space Hub, der seit kurzem am Innovationspark Zürich die Halle 4 betreibt. Er deckt dort die Bereiche Luft- und Raumfahrt ab. Die umgebaute Halle  wird vom Space Hub als Multi-User-Facility betrieben: Startups können sich beim Space Hub einmieten und Fluglabor- und Werkstattflächen, eine hochmoderne Biolabor-Infrastruktur, Büro-, Sitzungs- und Tagungsräume mitnutzen. Und sie profitieren auch von der jahrzehntelangen Erfahrung vom Team Oliver Ullrich und Cora Thiel: Die beiden haben zahlreiche ISS-Missionen mit ESA und NASA und suborbitale Sounding Rocket Missionen durchgeführt, das Schweizer Parabelflugprogramm auf die Beine gestellt. Und sie sind bestens mit der globalen Raumfahrtindustrie vernetzt.

Drehscheibe für Europa
Mit diesen Voraussetzungen verfügt die Greater Zurich Area über entscheidende Erfolgsfaktoren, um sich in Europa als Drehscheibe für die Weltraumwirtschaft zu positionieren. Durch die Zusammenarbeit von Unternehmen und Forschungseinrichtungen entsteht jetzt ein dynamisches Ökosystem, das Innovation vorantreibt und die Wettbewerbsfähigkeit der Region stärkt: Die Weltraumwirtschaft hebt nicht nur buchstäblich ab, sondern verleiht auch der Flughafenregion Zürich neue Impulse für eine vielversprechende Zukunft im Weltraumzeitalter.

Zum UZH Space Hub


Text: Dr. phil. Calista Fischer, UZH Space Hub
Titelbild: Blick in die umgebaute Halle 4 mit FlightLab-, BioLab- und Werkstattflächen im Erdgeschoss und Büros im OG. (Bild: Regina Sablotny, UZH)


Dieser Beitrag ist Teil der Serie zum UZH Space Hub. Weitere Artikel aus der Serie: 
Forschungsflüge in die Schwerelosigkeit
Weltraum als Ort für Innovation und Fortschritt (Teil 1)
Weltraum als Ort für Innovation und Fortschritt (Teil 2)


Save the Date
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