UZH Alumni & Friends in London

Published on September 16, 2026

Über 40 Alumni, Forschende und Freunde der UZH trafen sich am 10. September in der Schweizer Botschaft in London. Nach Stationen in Washington, D.C. (2024) und Seoul (2025) verband die diesjährige Ausgabe von «UZH Alumni & Friends» persönliche Begegnungen mit einer Diskussion über künstliche Intelligenz, Vertrauen in die Wissenschaft und die Zukunft der Universitäten.

Moderiert von Wissenschaftsjournalistin Eveline van Rijswijk brachte der Abend zwei zentrale Anliegen zusammen: den Neustart des Londoner Alumni-Chapters und den Austausch über die gesellschaftliche Rolle von Wissenschaft und Universitäten.

Neue Impulse für das Alumni-Chapter in London

Seit 2012 bringt das UZH Alumni Chapter London Absolvent:innen zusammen, die in und um die britische Hauptstadt leben und arbeiten. An der Veranstaltung wurde bekannt gegeben, dass Celine Yeung (MAS European and Asian Business Management, ’20) gemeinsam mit Samuel Lang (BSc Accounting and Finance, ’10) und Stefan Wey (Master in Business Administration and Management, ’04) den Vorsitz der Ortsgruppe übernehmen wird.

Gemeinsam möchten sie das Chapter weiterentwickeln und neue Begegnungen zwischen Alumni ermöglichen – beruflich ebenso wie persönlich. Bei einer Live-Umfrage konnten die Anwesenden direkt über die zukünftige Ausrichtung des Chapters mitbestimmen. Die Ideen der Teilnehmenden reichten von Raclette-Abenden und informellen Treffen bis zu Fachvorträgen, Podiumsdiskussionen und Begegnungen mit UZH-Forschenden.

Wie Universitäten Orientierung geben

Im anschliessenden Kamingespräch diskutierten Beth Singler, Assistenzprofessorin für Digital Religion(s), und Johannes Reich, Professor für öffentliches Recht, Umweltrecht und Energierecht, über Themen, die Wissenschaft und Gesellschaft gleichermassen beschäftigen. Dabei ging es um künstliche Intelligenz, Klimawandel, Wissenschaftskommunikation und die Frage, wie Vertrauen in wissenschaftliche Erkenntnisse entsteht.

Singler, die vor ihrem Wechsel an die UZH viele Jahre in Cambridge verbracht hatte, hob den universitären Forschungsschwerpunkt der UZH «Digital Religion(s)» hervor, der rund 50 Forschende aus verschiedenen Disziplinen zusammenbringt: «So etwas gibt es nirgendwo sonst.»

In ihrer Forschung untersucht sie, wie Menschen Technologien Sinn und Bedeutung zuschreiben. Dabei beobachtet sie, wie sich die Beziehung zwischen Religion und künstlicher Intelligenz zunehmend verändert – von etablierten Religionen, die neue Technologien übernehmen, bis hin zu Menschen, die religiöse oder spirituelle Erfahrungen mit KI und Chatbots machen.

Für Reich, selbst UZH-Alumnus, fühlte sich die Rückkehr nach London wie eine Heimkehr an. Er betonte den Zusammenhang zwischen akademischen Fragen und konkreten gesellschaftlichen Herausforderungen. Wissenschaftler:innen, so Reich, seien nicht nur Forschende, sondern auch Brückenbauer zwischen akademischem Wissen und Öffentlichkeit. Sie machten komplexe Zusammenhänge verständlich und stellten einen Bezug zu Fragen des Alltags her.

Beide waren sich einig, dass wissenschaftliche Erkenntnisse ein Publikum ausserhalb der Universitäten erreichen müssen – sei es durch den Austausch mit politischen Entscheidungsträgern, den Medien, Schulen oder lokalen Gemeinschaften.

Angesichts der rasanten Entwicklung künstlicher Intelligenz diskutierten die Teilnehmenden auch über die künftige Rolle der Universitäten. Für Singler sind sie zentrale Orte der Wissensproduktion und Qualitätskontrolle: Hier wird Wissen nicht nur geschaffen, sondern auch kritisch geprüft und eingeordnet.

Beide Referierenden betonten die transformative Rolle von Bildung. Singler warnte davor, durch KI jegliche Reibung aus dem Lernprozess zu entfernen: Denken und Schreiben, so argumentierte sie, können gerade deshalb wertvoll sein, weil sie Zeit, Konzentration und Anstrengung erfordern.

Starke Verbindung: Die UZH und das Vereinigte Königreich

Die UZH unterhält enge Verbindungen zu Universitäten im gesamten Vereinigten Königreich und in allen akademischen Fachbereichen. Allein in den letzten fünf Jahren haben Forschende der UZH gemeinsam mit Kolleg:innen an britischen Einrichtungen mehr als 10’000 Publikationen verfasst.

Die institutionellen Beziehungen der UZH werden durch die Universitätsnetzwerke LERU, U21 und Una Europa gestärkt. Zu ihren britischen Partnern zählen die University of Cambridge, das Imperial College London, das University College London und die University of Oxford über die LERU sowie die Universitäten von Birmingham, Glasgow und Nottingham über die U21. Die University of Edinburgh unterhält besonders enge Beziehungen zur UZH, da beide Universitäten Mitglieder der LERU, der U21 und von Una Europa sind.

Dass sowohl die Schweiz als auch das Vereinigte Königreich an «Horizon Europe» assoziiert sind, eröffnet neue Möglichkeiten der Forschungszusammenarbeit. Gleichzeitig stärkt das Londoner Alumni-Chapter die persönlichen Verbindungen, die solche Partnerschaften langfristig tragen.


Text: Raphael Kunz, UZH Global Affairs
Deutsche Übersetzung: Anna-Julia Lingg, UZH Alumni

Weitere Informationen zum UZH Alumni Chapter London finden Sie auf dieser Webseite sowie in der LinkedIn-Gruppe.

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