Giving back: FAN

Am March 14, 2022 veröffentlicht

Der Fonds zur Förderung des akademischen Nachwuchses FAN unterstützt mit privaten Fördermitteln junge, brillante Forscherinnen und Forscher an der UZH in ihrer akademischen Laufbahn. Seit seiner Gründung vor 23 Jahren hat er über 180 Forschende mit mehr als CHF 12 Mio. gefördert. Ana Guerreiro Stücklin, Fabian von Rohr und Lea Stahel sind drei davon. 

Kinder von Krebs heilen


Ana Guerreiro Stücklin behandelt am Kinderspital Zürich kranke Kinder und Jugendliche mit Hirntumoren. Für sie ist klar: «Wir haben für zahlreiche Tumoren noch nicht die optimale Therapie gefunden.» Deshalb arbeitet die Onkologin an der bestmöglichen Therapie für ihre jungen Patientinnen und Patienten. Kombinationen von chirurgischen Eingriffen, Chemo- oder Radiotherapie werden in ausgewählten Fällen mit experimentellen Behandlungen ergänzt. Ziel ist es, das Wachstum des Tumors zu hemmen oder gar zu stoppen.

Selbst wenn der Krebs besiegt wird, hinterlässt er seine Spuren – im Körper der Kinder und im späteren Leben. Das hat auch damit zu tun, dass die Chemotherapien heute noch zu wenig spezifisch sind. «Es gibt viele Medikamente, die die unterschiedlichsten Proteine hemmen», erklärt Stücklin. Im Rahmen ihres Forschungsprojekts am Kinderspital Zürich untersucht sie, aufgrund welcher Moleküle das Tumorgewebe nicht auf Therapien anspricht. Mit neuen Ansätzen, die auf die molekularen Eigenschaften von kranken Zellen abzielen, soll der Hirntumor bei Kindern ausgetrickst werden. 

Der FAN hat Anna Guerreiro Stücklin 2020 mit einem Fellowship gefördert. Das UZH Magazin 01/21 hat ausführlich über ihre Forschungsarbeit berichtet. Sie hat ausserdem einen SNSF Eccellenza Professorial Fellowship erhalten und wurde mit dem prestigeträchtigen SwissBridge Award 2020 ausgezeichnet. 

Auf der Suche nach neuen Materialien


Im Rahmen seines interdisziplinären Forschungsprojekts zwischen Chemie und Physik, sucht Fabian von Rohr nach neuen Quantenmaterialien, insbesondere nach sogenannten topologischen Supraleitern. Diese Materialien sind von fundamentalem Interesse für das Verständnis emergenter Quantenphänomene und sie gelten als vielversprechende Kandidaten für die Basis zukünftiger Quantentechnologien.  

Von Rohrs Forschungsgruppe fabriziert Materialien unter extremen physikalischen Zuständen, um Mischungen von chemischen Elementen in ungekannte Anordnungen zu zwingen. Dabei ist eine gewisse Offenheit für Zufallsfunde gefragt: «Aus der Ferne erahnen wir, dass dort am Horizont eine Insel ist, aber wir müssen erst hinfahren, um sie erforschen zu können. Dabei kann es schon sein, dass dazwischen unverhofft ein ganzer Kontinent auftaucht», umschreibt von Rohr seinen Forschungsansatz. Über seine Arbeit wurde im UZH Magazin 04/2020 berichtet. 

Der FAN hat Fabian von Rohr 2019 mit einem Fellowship gefördert. Seine akademische Laufbahn verläuft vielversprechend: Seit Februar 2022 ist er als ausserordentlicher Professor am Departement für Quantum Matter Physics an der Universität Genf tätig. Ausserdem wurde er jüngst mit dem Ruzicka Preis der ETH Zürich und dem Werner Prize der Schweizerisch Chemischen Gesellschaft ausgezeichnet. 

Digitale Mobs, Bestechung, Klagedrohung 


Vorwürfe der «Lügenpresse», digitale Hasskommentare, physische Übergriffe und Bestechung: Journalist:innen spüren nicht nur wirtschaftlichen Druck innerhalb ihrer Medienunternehmen, sie sind auch zunehmend Ziel von forcierenden externen Einflüssen zum Beispiel durch Interviewpartner:innen, Politiker:innen oder verärgerte Leser:innen. Hier setzt Lea Stahels Forschungsarbeit mit folgenden Fragen an: Wie häufig erfahren Journalist:innen in der Schweiz externe Einflussnahme und durch wen? Wie lassen sich diesbezügliche Unterschiede in den journalistischen Erfahrungen erklären? Und wie beeinflussen externe Einflussnahmen das journalistische Verhalten? 

«Die viel diskutierte Zunahme externer Einflussnahme in den demokratischen Gesellschaften des Westens wird mit Sorge beobachtet, da sie die Meinungs- und Pressefreiheit bedroht», ordnet Stahel ein. Die Ergebnisse sollen Aufschluss über die journalistische Autonomie und die Ausübung von Macht in zeitgenössischen, digital durchzogenen Öffentlichkeiten geben.

Lea Stahel wird zurzeit vom FAN mit einem Fellowship unterstützt. 

Erfolgreiche Förderung von Nachwuchsforschenden 

Dass die FAN-Förderungen halten, was sie versprechen, zeigt der Erfolg der unterstützten Nachwuchsforscher:innen. Vielen von ihnen ist der Sprung in eine akademische Karriere geglückt. Allein von den in den letzten fünf Jahren unterstützten jungen Forscher:innen haben sieben Assistenzprofessuren, fünf assoziierte Professuren und ein junger Wissenschafter hat bereits eine ordentliche Professur erhalten. Zudem wurden mehreren Wissenschafter:innen namhafte Awards verliehen. Auf diesen Erfolg ist der FAN stolz, ist er doch massgeblicher Indikator für die Wirksamkeit seiner Förderungen.  

Finanziert wird der FAN durch Spenden, Gönnerbeiträge und Legate, hauptsächlich von Alumni der UZH, sowie durch Stiftungen. Herzlicher Dank gebührt allen, die den FAN unterstützen.
www.fan4talents.uzh.ch 

 


So können Sie den FAN unterstützen: 

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  • mit einem jährlichen Gönnerbeitrag 
  • mit einem Legat 

Kontakt 
Dr. Sibylle Ambühl, FAN-Präsidium & -Geschäftsführung
+41 44 634 42 84 
[email protected] 

Spendenkonto 
Credit Suisse, PC-Konto 80-500-4, Clearing 4835 
IBAN: CH26 0483 5084 1908 9000 0


 

In der Serie «Giving back» stellt UZH Alumni verschiedene Gefässe und Förderinstrumente an der Universität Zürich vor. Den Auftakt bildete ein Beitrag zur UZH Foundation. Die folgenden Artikel werden sich zunächst den Initiativen der Alumni-Organisationen widmen, später sollen weitere Stiftungen an der UZH vorgestellt werden. 


Anna-Julia Lingg, UZH Alumni