
Immer in Bewegung: UZH-Alumna Brigitte Bailer
UZH-Alumna Dr. Brigitte Bailer füllt mehrere berufliche Rollen aus – IT-Unternehmerin, Handelsrichterin, Lehrperson. Was sie antreibt? Die Lust am lebenslangen Lernen.
Brigitte Bailer, Sie haben Wirtschaftsinformatik an der UZH studiert und promoviert. Wie verlief Ihr beruflicher Werdegang?
Ich bin 1981 ins Erwerbsleben eingestiegen und seit 1989 Mitinhaberin und Geschäftsleiterin einer IT- und Beratungsfirma. Ich habe zahlreiche Softwareprojekte geleitet und weltweit die firmeneigene Software für den internationalen Handel eingeführt. Seit 1992 berate ich grosse Unternehmen im weiten Feld der Digitalisierung. Daneben amte ich als Handelsrichterin und bin Mitglied in Corporate Governance-Gremien.
Inwiefern hat Ihre Zeit an der UZH Ihre berufliche Tätigkeit geprägt?
Fachlich sind es die Methoden und Fähigkeiten, die ich mir im Masterstudium und während der Dissertation angeeignet und erforscht habe, sie prägen unsere Software und meine Beratungstätigkeit bis heute. Die Abschlüsse und die Berufserfahrung waren zudem Türöffner für Weiterbildungen wie das INSEAD Certificate in Corporate Governance. Persönlich hat mir die UZH ermöglicht, meine breit gefächerten Interessen ein Leben lang zu befriedigen. Das führte unter anderem dazu, dass ich Anfang 2025 das Lehrdiplom für Maturitäts- und Berufsmaturitätsschulen in Wirtschaft und Recht an der UZH erwarb. Seit kurzem kann ich damit Stellvertretungen an Kantonsschulen wahrnehmen – Einsätze, die mir grosse Freude bereiten.
Gibt es einen Moment aus der Studienzeit, der Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?
Unvergessen bleibt der Moment nach meiner letzten mündlichen Lizentiatsprüfung 1992, als ich mit meinem heutigen Ehepartner und Vater unserer beiden Kinder bei strahlendem Sonnenschein gleich beim Irchel einen Coupe genossen habe. Dieses Gefühl von Erfüllung kann ich heute noch abrufen – und es hat sich zur Lust am lebenslangen Lernen entwickelt.
Sie sind Präsidentin der UZH Alumni Informatik. Warum engagieren Sie sich – und weshalb ist Alumni-Arbeit wichtig?
Das Engagement erlaubt es mir, unsere Mitglieder immer wieder zusammenzubringen – und dies mit einem Vorstand, in dem jede und jeder ehrenamtlich und hochmotiviert arbeitet. Das «fägt». Alumni schaffen einen niederschwelligen Ort, um Erfahrungen auszutauschen und Beziehungen zu pflegen – ein Netzwerk, auf das man sich verlassen kann.
Entweder – oder
App oder Agenda?
Agenda, letzte analoge Illusion einer Privatsphäre
Take-away oder selbstgekocht?
Selbstgekocht. Kochen ist unglaublich kreativ und erholsam.
Strategie oder Improvisation?
Strategie, die Improvisation zulässt
Ruhe oder Bewegung?
Bewegung – Grundlage für Fortschritt
Frühaufsteherin oder Nachteule?
Frühaufsteherin
Interview: Anna-Julia Lingg, UZH Alumni
