
Rückblick: Alumni-Event mit Professor Ernst Fehr
Letzte Woche haben die Alumni-Organisationen ECON Alumni UZH, OEC ALUMNI UZH, UZH Alumni Politikwissenschaft und UZH Alumni Soziologie zu einem gemeinsamen Anlass an der UZH eingeladen. Nach einem einführenden Referat diskutierte Verhaltensökonom Ernst Fehr mit zwei jungen, politisch engagierten Persönlichkeiten, Ronja Jansen und Matthias Müller, die Implikationen des menschlichen Strebens nach Fairness und Gleichheit.
Ernst Fehr, Professor für Mikroökonomik und Experimentelle Wirtschaftsforschung an der Universität Zürich, hielt ein Referat über das menschliche Streben nach Fairness und Gleichheit und die damit verbundenen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen sowie die Politikimplikationen. Er stellte sich die Frage, ob Fairness und Gleichheit angesichts zunehmenden Individualismus, Egoismus und Machtdenkens in der globalen Gesellschaft eher Wunschdenken als Realität sind.
In seinem Vortrag betonte Prof. Fehr, dass anthropologische Befunde darauf hinweisen, dass die Menschheit den Grossteil ihrer Geschichte unter egalitären Bedingungen gelebt hat. Dieses kulturelle Erbe scheint nicht völlig verschwunden zu sein und beeinflusst weiterhin unser Verhalten. Durch verschiedene Studien und anschauliche Beispiele demonstrierte er, dass das Streben nach Fairness und Gleichheit nach wie vor eine prägende Kraft in unserem Verhalten darstellt.
Im Anschluss diskutierte Prof. Fehr mit Ronja Jansen, ehemalige Präsidentin JUSO Schweiz und Mitglied Landrat Basel-Landschaft, sowie Matthias Müller, Präsident Jungfreisinnige Schweiz und Vizepräsident FDP Kanton Zürich, die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Implikationen dieses Strebens.
Dabei wurden die Herausforderungen und Möglichkeiten erörtert, wie Fairness und Gleichheit in modernen Gesellschaften gefördert und umgesetzt werden können, trotz der vorherrschenden Tendenzen zu Individualismus und Machtstreben. Moderiert wurde die Diskussion von Prof. Dr. Silja Häusermann, Professorin für Schweizer Politik und Vergleichende politische Ökonomie am Institut für Politikwissenschaft der Universität Zürich.
Die Debatte verdeutlichte, dass das Streben nach Fairness und Gleichheit zwar tief in der menschlichen Natur verankert ist, aber in der heutigen Zeit angesichts diverser globaler Herausforderungen eine ständige Auseinandersetzung und Anpassung erfordert.
Michèle Tewlin, OEC Alumni UZH
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