UZH Startup Stories: Kaisu

Published on April 2, 2024

Erfolgreiche Forschungsarbeiten und kreative Ideen motivieren zahlreiche Ehemalige der UZH, ihr eigenes Unternehmen zu gründen. In der Serie «UZH Startup Stories» stellen wir Jungunternehmer:innen und gestandenen Entrepreneurs Fragen zum Schritt in die Selbstständigkeit. Heute mit Niklas Jung, BA UZH in BWL, Gründer von Kaisu.

Unternehmen: KAISU – Matcha Energy Drink, www.drinkkaisu.com

Geschäftsidee: Als Unternehmer bewältigte ich den Arbeitsalltag mit Kaffee, Coke Zero und Energy Drinks. Weil der Energieschub nur von kurzer Dauer war, gab es stets einen weiteren Kaffee. Als Resultat war ich nervös, konnte mich nicht richtig konzentrieren und schlief am Abend schlecht ein. Ganz zu schweigen vom übersäuerten Magen.

Während eines Aufenthalts in Japan entdeckte ich die Vorteile von Matcha: Er bietet langanhaltende Energie für bis zu 6 Stunden, fördert die Konzentration und hilft dabei, den mentalen Fokus zu schärfen. Schon länger war ich vom Flow State begeistert, einem Zustand voller mentaler Klarheit, Fokus und Energie – genau das, was Matcha bietet.

Nach meiner Rückkehr in die Schweiz wechselte ich auf Matcha. Die Herausforderung lag allerdings in der aufwendigen Zubereitung, besonders unterwegs. Daher entstand der Wunsch nach einem trinkfertigen Matcha-Getränk, ohne Zucker und künstliche Süssstoffe. Das Problem? Dieses gab es noch nicht.

Deshalb habe ich Kaisu gegründet. Der erste natürliche Matcha Energy Drink ohne Zucker oder Süssstoff. Um Energy Drinks die Natürlichkeit zu geben, die sie und wir verdienen. Mit dem Ziel, deinen Flow zu unterstützen und dir die gesundheitlichen Vorteile von Matcha näherzubringen.

Die Vision: Mit Kaisu möchten wir möglichst viele Menschen in den persönlichen Flow bringen. Wir bieten einen Zugang zu den gesundheitlichen Vorzügen von Matcha, auch für diejenigen, die sonst keinen Matcha trinken. 

Der Gründer: Niklas Jung hat einen Bachelor in Wirtschaftswissenschaften / BWL von der Universität Zürich. Während des Studiums gründete er 2012 die Videodesign.ch GmbH mit, die aktuell über 30 Vollzeitangestellte zählt und renommierte Marken als Kunden betreut. Im Jahr 2020 gründete er die haip AG, die Muttergesellschaft von Kaisu. 

Das Gründungsjahr: Die Muttergesellschaft haip AG wurde 2020 gegründet. Kaisu wurde offiziell 2023 lanciert und der 1. Batch im November 2023 produziert.

Pionierrolle: Mit Kaisu läuten wir eine neue Ära von rein natürlichen Energy Drinks ein. Während viele Getränkehersteller den entfernten Zucker mit Süssstoff kompensieren, verzichten wir bewusst auf beides. So nehmen wir eine Pionierrolle ein, indem wir den ersten Matcha Energy Drink ohne Zucker oder Süssstoff anbieten. Für natürliche, langanhaltende Energie ohne Koffeincrash oder Herzrasen. Mit wertvollen Antioxidantien und Mineralstoffen.

Anzahl Mitarbeitende: Als Solopreneur bin ich aktuell für alle Tätigkeiten persönlich zuständig. Zusätzlich arbeite ich mit einem Getränke-Entwicklungsteam von zwei Personen zusammen. Für die bevorstehende Wachstumsphase ist die Erweiterung des Teams angedacht.

Wichtigste Meilensteine: Nach 5 Monaten Entwicklungszeit war es ein wunderbarer Moment, als ich die abgefüllten Dosen frisch von der Abfüllstrasse rollen sah. Ein unbeschreibliches Gefühl, sein eigenes Getränk in den Händen zu halten, in dem viel Passion und Arbeit steckt und viele Hürden überwunden werden mussten. 

Ein weiterer, schöner Moment war es, als ich in den Kaimug-Restaurants der Migros sowie im Drinks of the World unsere Kaisus im Getränkeregal sah und andere Kund:innen diese bestellten.

Das Beste an der Selbstständigkeit: Als Unternehmer schätze ich die Freiheiten, um neue Ideen agil und unabhängig testen zu können. Gerade im D2C-Bereich ist es eine Bereicherung, das Feedback direkt von den Kund:innen zu erhalten und auf die Wünsche flexibel eingehen zu können.

Dinge, die ich beim nächsten Mal anders machen würde: Die ersten Monate waren enorm lehrreich und geprägt von einer steilen Lernkurve. Als Quereinsteiger im Getränkebereich werden viele Themen tangiert, vom Lebensmittelgesetz über Getränkestabilität, Haltbarkeit, Sensorik, Geschmack, Packaging, E-Commerce bis zu Ernährungstrends. Im Nachhinein möchte ich diese Erfahrungen nicht missen, denn es gibt mir die Möglichkeit und das Wissen, die weitere Getränkeentwicklung aktiv mitgestalten zu können. Rückblickend würde ich jedoch früher ein professionelles Getränke-Entwicklungsteam herbeiziehen, um die Go-To-Market Zeit zu beschleunigen. 

Herausforderungen: Im Getränkesektor überwiegen Skaleneffekte, welche die konkurrenzfähige Preisgestaltung bei überschaubaren Produktionsmengen erschweren. Gerade bei kleinen Chargen wie 1'000 Dosen war es anspruchsvoll, einen geeigneten Lohnproduzenten zu finden, der auch Kleinstmengen abfüllt. Umso mehr freut es uns, dass wir nach intensiver Suche den perfekten Partner gefunden haben, mit der Möglichkeit zur Skalierung für die bevorstehende Wachstumsphase.  

Eine weitere Herausforderung war die Getränke-Entwicklung ohne den Einsatz von Zucker und Süssstoff. Unsere Geschmacksknospen sind Zucker und Süssungsmittel gewohnt und viele geniessen die Dopamin-Ausschüttung. Deshalb war es uns ein grosses Anliegen, den Umstieg möglichst einfach zu gestalten und Getränke zu kreieren, die genauso erfrischend und fruchtig schmecken – wenn nicht sogar besser. 

Wir legen grossen Wert auf ausbalancierte Geschmacksprofile. Unsere Getränke sollen auch Personen schmecken, die sonst keinen Matcha trinken. Gleichzeitig möchten wir natürlich auch Matcha-Fans abholen. Somit galt es hier, einen guten Mittelweg zu finden.

Die dunkle Seite der Selbstständigkeit: Selbstständigkeit ist wie eine tägliche Achterbahnfahrt: Ein ständiges Auf und Ab. Innerhalb weniger Stunden kannst du den besten wie auch schlechtesten Tag deines Lebens haben. Hierbei gilt es, ein gesundes Mittelmass zu finden. Das physische und mentale Wohlbefinden und die Achtsamkeit dürfen nicht zu kurz kommen. Morgendliches und abendliches Meditieren geben mir eine gute Balance. Und nach 12 Jahren Unternehmertum ist man auch etwas abgehärtet.

Dos & Don'ts. Tipps für angehende Unternehmer:innen: Ideen erzählen und challengen lassen: Viele angehende Unternehmer:innen behalten ihre Ideen möglichst lange für sich, sei es aus Angst vor Nachahmern, Ablehnung oder kritischem Feedback. Dabei ist die Ideenvalidierung und -iteration, gerade am Anfang, unglaublich fundamental, wichtig und hilfreich. Mit jedem kleinen Elevator Pitch spiegelt man selber die eigene Idee erneut kritisch. Und die Angst vor Copycats kann relativiert werden: Dies ist in den 12 Jahren meiner Selbstständigkeit noch nicht passiert.

Beste Teambuilding-Übung: Ein Chalet in den Bergen mieten und ein Team-Retreat durchführen. Dabei einen Mix an kreativen Sessions und sportlichen Aktivitäten einplanen, inklusive gemeinsamem Kochen.

Inspiration - unsere Vorbilder: Die internationale Brandrecognition von Red Bull ist beeindruckend und eine Inspiration für das globale Wachstum von Kaisu. Auf dem Schweizer Markt finde ich El Tony Mate spannend positioniert. Sie haben den Sprung geschafft, um den sonst bitteren Mate zu europäisieren. 

Die UZH bedeutet für mich: An der Universität Zürich hat vor 12 Jahren meine Reise als Unternehmer begonnen und nimmt bei mir deshalb einen besonderen, emotionalen Stellenwert ein. Die UZH verbinde ich mit dem Zugang zu Wissen, Innovation und inspirierenden Personen.


UZH Startup Label
Seit 1999 wurden an der Universität Zürich mehr als 100 Spin-offs gegründet, die basierend auf Technologien der UZH neue Produkte entwickeln oder zur Marktreife führen. Studierende und Ehemalige der UZH gründeten zudem eine Vielzahl weiterer Startups. Seit 2017 vergibt die UZH ausgewählten Spin-offs und Startups das UZH-Startup-Label. Mit dem UZH-Startup-Label werden Unternehmen Teil einer innovativen Gemeinschaft an der Universität Zürich.
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UZH Alumni Entrepreneurs
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Anna-Julia Lingg, UZH Alumni

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