
UZH Startup Story: NEOVISO
Erfolgreiche Forschungsarbeiten und kreative Ideen motivieren zahlreiche Ehemalige der UZH, ihr eigenes Unternehmen zu gründen. In der Serie «UZH Startup Stories» stellen wir Jungunternehmern und gestandenen Entrepreneurinnen Fragen zum Schritt in die Selbstständigkeit. Heute mit Yannick Blättler, BA UZH in BWL 2016, Gründer von NEOVISO.
Unternehmen: NEOVISO AG www.neoviso.ch
Geschäftsidee: Es war noch während des Studiums an der Universität Zürich, als Yannick Blättler erkannte, dass es für viele Unternehmen eine Herausforderung ist, die junge Generation zu verstehen. Wie rekrutiert man junge Talente direkt ab der Universität? Welche Marketingstrategien funktionieren bei der Generation Z? Gibt es überhaupt Schweizer Marktdaten zur jungen Generation? Diese Fragestellungen hat er mitgenommen und die damalige NEOVISO GmbH gegründet. Daraus entwickelte sich ein Unternehmen mit 35 Personen, die in fünf Teams arbeiten: Marktforschung, Strategie, kreative Kampagnen, Videoproduktionen sowie Social Media Management kommt heute alles aus dem Hause NEOVISO AG. Wir sind Strategie- und Storytelling-Partnerin von vielen Unternehmen und begleiten sie ganzjährig durch den Dschungel aus Social Media, Videoinhalten und Zielgruppenansprache.
Die Gründer: Gegründet wurde die Firma von Yannick Blättler (rechts im Bild) alleine, doch heute sind die beiden Geschäftsleitungsmitglieder Stefanie Hafner (BA UNIBE in Psychologie 2017, Mitte im Bild) und Stephanie Amstad (BA UZH in BWL 2016, links im Bild)) ebenfalls mitbeteiligt.
Das Gründungsjahr: Die Firma wurde 2016 als GmbH gegründet und 2021 dank eines starken Wachstums in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.
Pionierrolle: «Generation Z» war 2016 noch kein verbreiteter Begriff. Yannick konnte dieses Thema schon früh besetzen und vor dem Hype der letzten Jahre studieren, verbreiten und vor allem mit sinnvollen Dienstleistungen bearbeiten. Heute kann NEOVISO dank der fünf verschiedenen Teams auf eine breite Palette zurückgreifen und hat vor allem dank der eigenen Marktforschungsabteilung eine Alleinstellung auf dem Markt.
Anzahl Mitarbeitende: Seit 2021 ist die Firma von 7 Mitarbeitenden auf 35 gewachsen. Das Führungsteam besteht aus sechs Personen: Nico Schmid (Head of Production and Creative), Andrea Fallegger (Head of Data & Insights), János Bucher (Head of Finance), Stefanie Hafner (Chief People & Culture Officer), Stephanie Amstad (Head of Strategy & Operations Officer) sowie Yannick Blättler (Chief Executive Officer).
Wichtigste Meilensteine: Bisher konnten wir in den sieben Jahren aus eigener Kraft und profitabel wachsen. Lokal verankert, aber national bekannt, arbeiten wir vorwiegend mit kleinen, lokalen Firmen, durften aber schon Grössen wie die Postfinance, Schindler, Raiffeisen, BKW oder Jobcloud zu unseren Kundinnen zählen.
Das Beste an der Selbstständigkeit: Wenn man unabhängig ist, kann man machen, was man will, solange für das Wohl aller Mitarbeitenden gesorgt ist. Wir machen manchmal verrückte Sachen und testen Ideen aus. Beispielsweise haben wir eine Wohnung für vier Monate in Berlin gemietet und alle Mitarbeitenden für mindestens eine Woche hingeschickt, um von dort zu arbeiten und sich von der neuen Umgebung zu inspirieren.
Niemand ist perfekt – Dinge, die wir beim nächsten Mal anders machen würden: Wir würden von Anfang an mutiger und lauter an den Markt treten. Wir sind zwar stolz, aber wir lassen lieber unsere Arbeit für uns sprechen. Da hätten wir von Beginn an mehr Selbstvertrauen zeigen dürfen. Zudem würden wir von Anfang an ein klares und handfestes Finanzcontrolling aufbauen.
Die dunkle Seite der Selbstständigkeit: Die Ungewissheit, das Schwanken zwischen Euphorie und Panik. Manchmal denkst du, du bist jetzt ready für den Weltmarkt und kurz darauf machst du dir Gedanken, ob vielleicht alles zusammenbricht. Vollgas geben und trotzdem Geduld haben ist die Zauberformel und eine grosse Herausforderung.
Dos & Don't's. Tipps für angehende Unternehmer:innen: Ab Tag eins Vollgas geben: Dein Effort kann dir niemand nehmen und du wirst ein Leben lang davon profitieren. Vor allem wenn es um Netzwerke geht. Networking solltest du allerdings nie mit einem ROI (Return on Investment) im Kopf betreiben, sondern immer aus Neugier, Spass und Interesse an der anderen Person. Aufträge kommen dann automatisch, wenn du ein gutes Thema und Angebot hast. Da braucht es jedoch Geduld. Gewisse melden sich eine Woche später, andere erst nach einem Jahr. Zudem empfehlen wir: Bau ein geniales Führungsteam um dich herum auf und vertraue ihnen zu 300%, ansonsten bist du im Micromanagement tätig.
Beste Teambuilding-Übung: Das Team um 17:00 Uhr einladen, eine Flasche Rosé öffnen und sagen: «Ich habe heute keine Traktanden mitgenommen, sondern wollte euch einfach mal zuhören und über unsere Entwicklung, Herausforderungen und Ideen sprechen».
Inspiration – unsere Vorbilder: Wir sagen es mal so: unsere Motivatoren sind die grossen nationalen und internationalen Agenturen und Produktionsfirmen. Dort wollen wir hin!
Die UZH bedeutet für uns: Dort, wo alles begann. Der Ort, wo wir sicherlich noch viele junge Talente rekrutieren werden und ein Ort, wo wir hoffentlich mal mit unseren Case Studies vor die Studierenden treten dürfen.
UZH Alumni Entrepreneurs
Spin-offs und Unternehmer:innen der Universität Zürich spielen eine immer wichtigere Rolle im Schweizer Startup-Ökosystem. Das interdisziplinäre Chapter UZH Alumni Entrepreneurs widmet sich der Förderung von Innovation, Leadership und Unternehmertum. Mehr erfahren
UZH Startup Label
Seit 1999 wurden an der Universität Zürich mehr als 100 Spin-offs gegründet, die basierend auf Technologien der UZH neue Produkte entwickeln oder zur Marktreife führen. Studierende und Ehemalige der UZH gründeten zudem eine Vielzahl weiterer Startups. Seit 2017 vergibt die UZH ausgewählten Spin-offs und Startups das UZH-Startup-Label. Mit dem UZH-Startup-Label werden Unternehmen Teil einer innovativen Gemeinschaft an der Universität Zürich.
Sind Sie Entrepreneur:in? Beantragen Sie das UZH-Startup-Label.
Anna-Julia Lingg, UZH Alumni
