UZH Startup Stories: condenZero

Published on November 6, 2023

Erfolgreiche Forschungsarbeiten und kreative Ideen motivieren zahlreiche Ehemalige der UZH, ihr eigenes Unternehmen zu gründen. In der Serie «UZH Startup Stories» stellen wir Jungunternehmern und gestandenen Entrepreneurinnen Fragen zum Schritt in die Selbstständigkeit. Heute mit Denys Sutter, Dr. sc. nat. UZH 2019, Mitgründer von condenZero.

Unternehmen:  condenZero AG condenzero.com 

Geschäftsidee: Anwender von Kryo-Elektronenmikroskopie (EM) sind Forschende in den Life Sciences und Materialwissenschaften. Für Experimente bei ultratiefen Temperaturen (in der Nähe vom Absoluten Nullpunkt (-273.15°C oder 0 K)) mussten Forschende bisher bis zu zwei Stunden warten, bis ca. 12 K erreicht werden, und konnten diese Temperatur nur während etwa 15 bis 30 Minuten halten. Das UZH-Spin-Off condenZero entwickelte eine neue Kühltechnologie, die in nur einer Minute tiefere Temperaturen (5 K) erreicht und über 24 Stunden halten kann. Diese Performance verspricht neue Durchbrüche in der Forschung mit Kryo-EM.

Die Gründer: Denys Sutter (Dr. sc. nat. UZH 2019), Dominik Biscette, Johan Chang (Physikprofessor an der UZH) (v.l.n.r. im Bild)

Das Gründungsjahr: 11. März 2019 

Pionierarbeit: Während ihrer Anstellung bei der Firma Ferrovac AG haben sich Denys Sutter und Dominik Biscette das technische Know-How angeeignet. Im Physiklabor von Prof. Johan Chang und in enger Zusammenarbeit mit der Physik-Werkstatt der UZH haben sie dann ab 2017 den Kryo-Prototypen gebaut und mit der Forschungsgruppe erste Ergebnisse erzielt für Experimente am SwissFEL am PSI.

Anzahl Mitarbeitende: Vier Vollzeitstellen und ein Lernender von der ETH

Wichtigste Meilensteine: Bestätigung unserer Arbeit fanden wir bisher beim Gewinn von Grants und Startup Competitions (Venture Kick, ESA BIC, CERN BIC, 1. Platz Swiss Innovation Challenge) sowie durch erste Bestellungen 2021 und technische Durchbrüche 2023.

Das Beste an der Selbstständigkeit: Autonomie und Impact. Kunden schätzen den Effort sehr und sind unsere grössten Fans.

Niemand ist perfekt – Dinge, die wir beim nächsten Mal anders machen würden: Erste Prototypen noch einfacher machen. Wir haben viel Geld verschwendet, weil die Prototypen zum Teil schon zu komplex waren. Zudem würden wir schon früher professionelle Hilfe beiziehen bei rechtlichen, patentrechtlichen und finanziellen Themen. 

Herausforderungen: Dass der Teamspirit stark bleibt, auch wenn es brennt, sei es wenn Geld knapp ist oder Arbeitstage sehr lange sind über längere Zeit. Wenn solche Phasen durchgestanden sind, ist das Team nochmals um einiges stärker. 

Die dunkle Seite der Selbstständigkeit: Als Startup, das in der Schweiz tätig ist, gibt es kaum dunkle Seiten. Alle Ängste oder Sorgen betreffen Unsicherheiten bezüglich der Zukunft. Wir wissen nicht, wie sich die Dinge entwickeln und es ist schwierig zu planen. Im schlimmsten Fall, wenn das Startup scheitern sollte, hätten wir hier in der Schweiz allerdings genug Gelegenheiten professionell erfolgreich zu sein, und wir haben in dieser Zeit unglaublich viel gelernt. Das kann uns niemand mehr wegnehmen.

Dos & Don'ts. Tipps für angehende Unternehmer:innen: Ja nicht alleine eine Firma gründen. Lernt euch zu verkaufen, nicht nur gegenüber Kunden, sondern auch potenziellen Investoren, und zukünftigen Mitarbeitern. Sich zu verkaufen heisst, sich in die andere Perspektive zu versetzen und sich zu überlegen, was es bedeutet für das Gegenüber Wert zu generieren. Wenn etwas schiefläuft, nie jemandem die Schuld geben, immer vorwärtsschauen und daraus lernen. Sprecht so viel wie möglich mit potenziellen Kunden, um den Markt so früh wie möglich zu verstehen. Gebt euch Zeit zum Reflektieren und strategisch planen.

Beste Teambuilding-Übung: Zusammen Sport machen.

Inspiration - unsere Vorbilder: Zu viele, bewusst und unbewusst. Wir lernen von allen.

Die UZH bedeutet für uns: Finanzierung und Beratung mit dem UZH Entrepreneur Fellowship. Einen wichtigen Grundstein für die Spin-Off-Gründung.


UZH Startup Label
Seit 1999 wurden an der Universität Zürich mehr als 100 Spin-offs gegründet, die basierend auf Technologien der UZH neue Produkte entwickeln oder zur Marktreife führen. Studierende und Ehemalige der UZH gründeten zudem eine Vielzahl weiterer Startups. Seit 2017 vergibt die UZH ausgewählten Spin-offs und Startups das UZH-Startup-Label. Mit dem UZH-Startup-Label werden Unternehmen Teil einer innovativen Gemeinschaft an der Universität Zürich.
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UZH Alumni Entrepreneurs
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Anna-Julia Lingg, UZH Alumni

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