
Work-ID: UZH-Alumnus Flavio Battaini denkt den Arbeitsmarkt neu
Lebensläufe verlieren an Aussagekraft, Stellenanzeigen bleiben oft vage – der Arbeitsmarkt kämpft mit einem grundlegenden Matching-Problem. UZH-Alumnus Flavio Battaini setzt mit der Work-ID auf Skills statt CVs und will so erreichen, dass Menschen und Jobs besser zusammenfinden.
UZH Alumni: Was ist aus Ihrer Sicht die grösste Herausforderung für Arbeitnehmende im heutigen Arbeitsmarkt?
Flavio Battaini: Die grösste Herausforderung ist die mangelnde Transparenz und der Mismatch auf dem Arbeitsmarkt. Menschen und Firmen finden nicht zusammen, weil Unternehmen klassische Bewerbungsunterlagen wie Lebensläufe und Motivationsschreiben auswerten. Darin finden sich aber gar nicht die entscheidenden Informationen, nämlich das, was jemand wirklich kann – also die tatsächlichen Skills. Dass CV und Co. ungeeignete Auswahlinstrumente sind, zeigt sich durch den Einsatz von KI besonders deutlich: Bewerbungsunterlagen werden zunehmend austauschbar. Gleichzeitig fällt es Arbeitnehmenden schwer, passende Stellenanzeigen zu finden, wenn eine wie die andere klingt und die relevanten Informationen nur schwer erkennbar sind. Nämlich: Was mache ich in diesem Job und was muss ich dafür können?
Wie adressiert die Work-ID dieses Problem?
Die Work-ID ist der digitale Skills-Ausweis für die Schweiz, der einen über das ganze Arbeitsleben hinweg begleitet. Anstatt nur nach Jobtiteln zu suchen, ermöglicht die Work-ID ein Matching auf Basis von Fachkompetenzen, Softskills und persönlichen Werten. Das Besondere dabei: Die Work-ID bleibt anonym und gehört den Nutzenden. Es zählt nur, was jemand wirklich kann und was ihm oder ihr wichtig ist. Die Plattform vernetzt direkt mit allen passenden offenen Stellen und Bildungsangeboten. Für die Bewerbung braucht es keinen CV, kein Motivationsschreiben, sondern nur einen Klick.
Viele wissen gar nicht genau, welche Skills sie mitbringen: Wie hilft die Work-ID dabei, das eigene Profil klar zu sehen und gezielt weiterzuentwickeln?
Die Work-ID erfasst Fähigkeiten und Skills mit wenigen Klicks. Nutzende geben ihren aktuellen Jobtitel ein und erhalten eine Auswahl relevanter Skills, aus denen sie ihre Kompetenzen auswählen. Wir kennen jeden Beruf und die dazugehörigen Skills.
Basierend auf diesen Skills werden passende Stellenangebote angezeigt. Das Profil lässt sich laufend erweitern: Taucht in einer Stellenanzeige ein vorhandener, aber noch nicht erfasster Skill auf, kanns er mit einem Klick ergänzt werden. Auch gewünschte, noch zu entwickelnde Kompetenzen können hinterlegt werden, woraus sich gezielt passende Weiterbildungsangebote ableiten lassen.
Jetzt kostenlos die persönliche Work-ID erstellen.
Flavio Battaini hat an der UZH Rechtswissenschaften studiert. Er ist Mitgründer der Work-ID und Verwaltungsratspräsident der Future of Work Group AG, x28 AG und jobchannel AG.
Interview: Anna-Julia Lingg, UZH Alumni
Foto: zVg
