Erfunden an der UZH: Nöis Gschmöis

Published on January 8, 2026

Wie jede Sprache verändert sich auch das Schweizerdeutsche ständig: Alte Formen gehen vergessen, neue Ausdrucksweisen tauchen auf. Für die Dialektforschung ist beides spannend, das, was langsam aus dem Alltag verschwindet, genauso wie sprachliche Neuerungen, die sich erst noch durchsetzen müssen.

Hier setzt die App «nöis gschmöis» an, die von UZH-Dialektforscher:innen entwickelt wurde. Das von SNF-Förderprofessorin Anja Hasse geleitete Team nutzt die App, um direkt mit den Dialektsprecher:innen zu kommunizieren und ihnen zuzuhören. Denn via App kann man einsprechen, wie man ein Wort oder einen Satz ausspricht oder schreibt, zum Beispiel: d Katz vo dr Frau / dr Frau iari Katz / dr Frau sini Katz. Die Antworten werden registriert und mit dem Wohnort verbunden. «So können wir eine aktuelle Karte des Dialektgebrauchs zeichnen», erklärt Anja Hasse. Ein Phänomen, das sich beobachten lässt, ist, dass von jüngeren Sprecher:innen zunehmend hochdeutsche Varianten verwendet werden. So wird aus «Manne» «Männer» und aus dem «Ross» wird ein «Pferd». Allerdings gilt das nicht für alle Bereiche der Sprache gleichermassen –Satzstrukturen etwa sind beharrlicher als der Wortschatz.

Neben der App gibt es auch einen Dialektblog und die Sprachwissenschaftler:innen sind auf Tournee: In den kommenden Monaten gibt es in verschiedenen Schweizer Städten Workshops und Podiumsgespräche. 


Dieser Artikel ist zuerst erschienen in: UZH Magazin 04/25
Text: Thomas Gull
Bild: Frank Brüderli