
Erde, Energie und Nachhaltigkeit: Rückblick Herbstanlass
Der Herbstevent der UZH Alumni bot den rund 50 Teilnehmenden geistige Nahrung rund um die Themen Erde, Energie und Nachhaltigkeit: Die Sonderausstellung «Erde am Limit» des Museums Kulturama zeigte den Zustand der Erde und den Einfluss des Menschen auf den Planeten, während UZH-Alumnus Martin Koller, Head Group Strategy & Economics bei Axpo, in einem Referat einen umfassenden Einblick in die Schweizer Stromversorgung vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen bot.
UZH-Alumni-Präsident Alex Rübel eröffnete den Event mit dem Glückwunsch an UZH-Alumna Claudia Rütsche, Direktorin des Museums Kulturama, zu dem ihr kürzlich verliehenen Jahrespreis der STAB, Stiftung für Abendländische Ethik und Kultur. Das Kulturama – Museum des Menschen bietet zahlreiche Vermittlungsangebote und zählt mit seinen Besuchendenzahlen zu den Top Ten der Zürcher Museen. In den Führungen durch die interaktive Sonderausstellung «Erde am Limit» thematisierten Claudia Rütsche, die zugleich Vorstandsmitglied von UZH Alumni ist, und die Ausstellungskoordinatorin Emanuela Jochum Aspekte aus den Schwerpunkten Luftverschmutzung, Chemikalien, Landübernutzung, verschmutztes Meer und CO2. So zeigten sie z. B. Luftfilter aus der Stadt Basel, die im Sommer deutlich weniger stark verschmutzt waren als im Winter, mit Ausnahme des 1. Augusts. Die Ausstellung ist möglichst nachhaltig gestaltet, etwa indem neue Vitrinen aus altem Plexiglas eingesetzt wurden. Sie wird noch bis Mitte Juli 2023 gezeigt.
Energiewende vorantreiben
Nach dem geselligen Lunch in der historischen «Riithalle» betonte Martin Koller zum Einstieg in seinen Vortrag «Energiekrise – was kommt da auf uns zu?» die aussergewöhnliche Situation in Europa: eine Zeitenwende mit unbekanntem Ausgang. Ziel der 1914 gegründeten Axpo sei es, eine nachhaltige Zukunft durch innovative Energielösungen zu ermöglichen und die Energiewende mit erneuerbaren Energien voranzutreiben. Koller zeigte auf, dass der Stromverbrauch der Bevölkerung in den letzten 15 Jahren gegenüber vorher gesunken ist. Gründe seien z. B. die höhere Energieeffizienz der Geräte und oder bessere Isolation. Heute verbraucht die Schweiz rund 60 Terawattstunden Strom im Jahr. Bedingt durch die Dekarbonisierung, die Abkehr von fossilen Energieträgern, werde die Nachfrage nach Strom künftig allerdings steigen, vor allem im Winter.
Herausforderungen sieht Martin Koller auf dem Weg, CO2-neutral zu werden, und den steigenden Strombedarf zu bedienen. Stromimportkapazitäten, die im Winter in der Schweiz benötigt werden, würden zunehmend unsicher. Beim Ausbau erneuerbarer Energien hob er Photovoltaik positiv hervor, die durch Wind- und Wasserkraft optimal ergänzt werden könne. Gleichzeitig wies er auch auf die schwierige Abwägung zwischen Nutz- und Schutzinteressen hin. Bei der Wasserkraft mache sich die zunehmende Trockenheit bemerkbar.
Der Referent verwies bezüglich einer kurzfristigen Mangellage auf verschiedene Massnahmen, etwa Hydroreserven und die geplante, temporäre Gaskraftreserve zur Unterstützung der Versorgungssicherheit. Sein Ausblick endete zuversichtlich mit Blick auf nützliche Energieeffizienztechnologien.
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Zur Präsentation von Martin Koller (für UZH-Alumni-Mitglieder mit Login)
Christina Gehres, UZH Alumni
Bilder: Joanna Lesniewska
Power Switcher, um verschiedene Zukunftsszenarien für das Stromsystem der Zukunft selbst durchzuspielen: https://powerswitcher.axpo.com/
Impressionen:
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