Feministische Positionen – Gemeinsamkeiten und Widersprüche 

Feministische Positionen – Gemeinsamkeiten und Widersprüche 

Zweiteiliger Event (28.04. und 10.06.21) 

Für Mitglieder des Women’s Chapter, die am 28. April nicht dabei sein konnten, ist der 1. Teil zu sehen unter
(Login-Bereich): https://uzhalumni.ch/topics/10002/media_center/folders/6061f1cc-1578-43e7-8030-2410b069249f 


Foto: Mary Sibande | Kapstadt, Südafrika | 2017

Es diskutierten:  

Yvonne Apiyoyo Brändle-Amolo, SP Gemeinderätin Zürich, Interkulturelle Mediatorin, Feministische Artivistin, Diversity-Wissenschafterin im Bereich Gouvernance 

Mark Damon Harvey, Oekonom, Kurator, Künstler, Mediator, spezialisiert auf Interventionsstrategien bei Mikroaggressionen 

Moderation: Eva Hug, Historikerin/Ethnologin  

Im ersten Teil ging es v.a. um die in den letzten Jahren zunehmend bekannter gewordenen queer- und intersektionalen Positionen. Anhand Videoclips wurde gezeigt, wie die Feminismen sich darstellen und was sie auslösen möchten.  

Offensichtlich war, dass die Artefakte eine Dekonstruktion gängiger Vorstellungen von männlicher und weiblicher Sexualität erstreben. Hier stellte sich schon eine erste Frage für den zweiten Teil, nämlich wie eine mögliche Veränderung auf der symbolischen und kulturellen Ebene auf die gesellschaftlichen Machtverhältisse, bzw. auf die materielle Ebene einwirken oder verlagert werden kann.  

Verblüffend war die Aussage, dass schwarze Feministinnen – immer noch, wie in den 1970er Jahren – schwarzen Männern mehr vertrauen könnten als weissen Frauen. Diese Kluft des gegenseitigen Unverständnisses ist (noch) nicht aufgehoben. 

Weil dieses Unverständnis zwischen «schwarzen» und «weissen» Feministinnen immer noch so stark vorhanden ist, wurde näher darauf eingegangen. Anhand von Visualisierungen wurde gezeigt, wie diejenigen, die sich innerhalb der «Referenzkultur» befinden, die Deutungsmacht darüber besitzen was als «normal» gilt. Fatalerweise sind sie sich dessen aber nicht bewusst und negieren diese Macht sogar. Z.B. streitet man ab, dass man mit der Frage «woher kommst du?» andere Menschen an einen andern Ort verweist. Dies tut man, ohne dieses «Fremd-machen» bewusst gewollt zu haben. Als Verortung an einen andern Platz – nicht hierher – wirkt es aber trotzdem, ob es absichtlich war oder nicht. 

Durch die gezeigten Videoclips wurde klar, dass der «schwarze» oder «intersektionale» oder «queer» Feminismus viel stärker mit Körperlichkeit arbeitet als der «weisse» Feminismus.  

Woran dies liegt? Dieser Frage gehen wir im zweiten Teil nach. 

Als Quintessenz der Diskussion stellte sich heraus, dass die gleichzeitige Forderung nach Anerkennung (in der Referenzkultur) und der Dekonstruktion (der Referenzkultur) einander widersprechen. Man kann nicht gleichzeitig etwas dekonstruieren und von ihm (oder seinen Protagonist*innen) anerkannt sein wollen – ausser diese Anerkennungs- und Dekonstruktions-Prozesse laufen auf verschiedenen Ebenen ab und sind strategisch koordiniert. 

Die Frage ist, auf welcher Ebene mit welchen Mitteln was gewollt und getan werden muss, um eine geschlechtergerechte Gesellschaft herbeizuführen. 

Diese und weitere Fragen werden wir im zweiten Teil zusammen mit Dr. Tove Soiland diskutieren. Zum zweiten Teil: https://uzhalumni.ch/events/50546 


Mitglieder des Women’s Chapter, die am 28. April nicht dabei sein konnten, finden im Login Bereich auch die Aufzeichnung: Link

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