Rückblick Ethik-Höck 22.03.2017: "Wenn Sie Fussballwetten machen, wen würden Sie bestechen?"

22 Mär 2017

Rückblick: FIFA-Ethikkommission, anlässlich der GV der Alumni ASAE (Mittwoch, 22. März 2017)

"Wenn Sie Fussballwetten machen, wen würden Sie bestechen?"

Mit dieser Frage überraschte Hans-Joachim Eckert uns Alumni mitten in seinem Vortrag. Für Nicht-Fussballfans sei erwähnt, dass insbesondere auf dem asiatischen Kontinent viel gewettet wird. Dabei geht es nicht nur um die Frage, wer ein Spiel gewinnt, sondern auch wer wann Tore schiesst und anderes mehr. Es ist nun naheliegend, jemanden zu bestechen, der Einfluss hat und ihn entsprechend an den Wetten zu beteiligen. Ein Alumnus schlug vor, den Schiedsrichter oder den Goali zu bestechen. Herr Eckert meinte, beim Schiedsrichter möge das gehen, aber beim Goali sei das nicht ideal, denn es sehe im Zweifel zu unecht aus, wenn er einen Ball einfach durchlasse. Die wirklich "saubere und optimale Bestechung" müsse beim Verteidiger ansetzen. Dieser könne in der "geplanten" Spielphase, z.B. zwischen der 55. und der 75. Minute einen gegnerischen Stürmer im Strafraum von hinten grätschen. Das sei dann zwar ungeschickt, aber wirkungsvoll und völlig unkritisch, da "normal". Der Verteidiger erhalte hierfür zwingend die rote Karte, müsse vom Platz und es gebe erst noch einen Penalty. Die Mannschaft des Verteidigers sei dann nur noch zu zehnt und das Schicksal (Niederlage) nehme seinen Lauf…

Um es gleich unmissverständlich zu sagen: Das war keine Bestechungs-Aufforderung von HansJoachim Eckert, dem Vorsitzenden rechtsprechenden Kammer der FIFA-Ethikkommission. Das Beispiel sollte lediglich zeigen, dass neben all den Schmiergeldzahlungen bei z.B. Turniervergaben auch im Wettbereich und anderen fussballnahen Gebieten betrogen wird. Bei der FIFA-Ethikkommission geht es denn auch um alles Verhalten, das der Integrität und dem Ansehen des Fussballs schadet, selbst wenn es einen geringen oder gar keinen Spielfeldbezug aufweist. Es geht um das Verhalten neben dem Spielfeld.

Den ganzen Bericht finden Sie im Anhang.


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