
Interdisziplinärer Alumni-Abend: Kinderwunsch aus medizinischer, ethischer, rechtlicher und gesellschaftlicher Perspektive
Interdisziplinäre Alumni-Veranstaltungen, die über den Tellerrand der einzelnen Disziplin hinausgehen, bieten einen Mehrwert für alle. Dies wurde an der Veranstaltung zum Thema «Kinderwunsch – was soll wem, wann möglich sein? Gesellschaftliche, ethische, rechtliche und medizinische Aspekte im Fokus» vom 2. Juni 2025 in der Aula der Universität Zürich deutlich. Ein Rückblick.
Wenn vier Alumni-Organisationen sich zusammentun und gemeinsam eine Veranstaltung planen, kommt der Mehrwert für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer umso stärker zum Tragen. Dieser Grundsatz wurde an dem am 2. Juni 2025 von den UZH-Alumni-Organisationen der Medizin, Rechtswissenschaften, Soziologie und Applied Ethics durchgeführten Grossanlass in der Aula der Universität Zürich deutlich. Es ging um die menschliche Fortpflanzung und die Frage, was wem, wann wie möglich sein soll – ein Thema, dem auch die Universität Zürich mit dem Universitären Forschungsschwerpunkt «Human Reproduction Reloaded» (H2R) eine hochschulübergreifende Bedeutung gibt.
Nicht nur bekommen in der Schweiz immer weniger Menschen Kinder, sie bekommen sie später und zudem häufiger mit medizinischer und technologischer Unterstützung. Das Thema ist auch auf politischer Ebene angekommen und der Bundesrat hat Ende Januar 2025 entschieden, das Fortpflanzungsmedizingesetz umfassend zu überarbeiten, um es den heutigen Gegebenheiten anzupassen. Was sind die Chancen, und was die Risiken dieser Entwicklung?
Dieses uns alle in irgendeiner Form tangierende Thema haben Schlüsselpersonen aus dem interdisziplinären Forschungsschwerpunktprogramm der Universität Zürich «H2R» unter der Leitung von Dr. Jean-Daniel Strub, Medizinethiker und Leiter Institut Neumünster Zürich, zusammen diskutiert und die gesellschaftlichen (Prof. Dr. Katja Rost), ethischen (Prof. Dr. Tanja Krones) und rechtlichen (Dr. iur. Marie-Hélène Peter-Spiess) Auswirkungen der sich rasch verändernden medizinischen Technologie zur menschlichen Fortpflanzung (Prof. Dr. Brigitte Leeners) beleuchtet. Die Diskussion zeigte auf, dass die vier Sichtweisen sich gegenseitig bedingen und Lösungen nur gemeinsam gefunden werden können. Wichtig ist, sich dessen bewusst zu sein und darüber zu sprechen, denn eine Welt, die durch ein niedriges und sinkendes Bevölkerungswachstum gekennzeichnet ist, scheint die neue Norm zu sein.
Das sehr interessante Podiumsgespräch wurde durch Fragen aus dem Publikum bereichert und die lebhaften Diskussionen fanden ihre Fortführung während des anschliessenden Apéros. Das ist gelebtes Alumni-Wesen! Wir vier Alumni-Organisationen hoffen, damit einen Beitrag zu leisten, dass auch andere Alumni-Organisationen sich zusammentun und gemeinsam Anlässe zu Themen durchführen, die interdisziplinär beleuchtet werden.
Text: Doris Aebi, UZH Alumni Soziologie
Bilder: Frank Brüderli
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