Weichen stellen und Brücken bauen: Rückblick auf die Generalversammlung der UZH Alumni

Published on May 21, 2025

Mit der Zustimmung zu den vorgeschlagenen Statutenänderungen stellte die Generalversammlung der UZH Alumni wichtige Weichen für eine effizientere Zusammenarbeit und nachhaltige Entwicklung der Organisation. David Campi wurde neu in den Vorstand gewählt und Alex Rübel als Präsident bestätigt. Im Anschluss an den offiziellen Teil bot das Referat von Thomas Greminger Einblicke in die Rolle der Schweiz in einer zunehmend multipolaren Weltordnung.

Präsident Alex Rübel blickte auf ein ereignisreiches und erfolgreiches Berichtsjahr zurück. Er stellte die Jahresrechnung vor und erläuterte die finanziellen Entwicklungen des Vereins. Im Zentrum der GV standen zwei wichtige Beschlüsse: Die Versammlung stimmte den Statutenänderungen sowie einer Anpassung des Mitgliederbeitrags für angeschlossene Alumni-Vereine zu – mit dem Ziel, die Zusammenarbeit effizienter zu gestaltet und den Verein finanziell nachhaltig für die Zukunft aufzustellen.

Mit grossem Dank verabschiedete die Versammlung die langjährigen Vorstandsmitglieder This Stutz und Carmen Cardelle. Neu in den Vorstand gewählt wurde David Campi, der zugleich Vorstandsmitglied bei Ius Alumni UZH ist. Alex Rübel wurde in seinem Amt als Präsident bestätigt, ebenso die bisherige Revisionsstelle Examina AG.

Rolle der Schweiz im Weltgeschehen

Im Anschluss an den formellen Teil sprach UZH-Alumnus Botschafter Dr. Thomas Greminger, Direktor des Genfer Zentrums für Sicherheitspolitik (GCSP), über die Rolle der Schweiz in einer sich wandelnden Weltordnung. Konflikte verlaufen heute zunehmend zwischen Systemen und Normen, nicht mehr nur zwischen Staaten. Für die Schweiz bedeute dies eine notwendige Neupositionierung: Neutral sein allein reiche nicht mehr – Neutralität müsse aktiv kommuniziert und mit Taten unterlegt werden. Eine glaubwürdige Positionierung könne dann gelingen, wenn die Schweiz wertebasierte, klare Prinzipien mit lösungsorientiertem, pragmatischem Handeln verbinde. Diese Form der «Soft Power» verschaffe der Schweiz Anerkennung in der internationalen Gemeinschaft, wo sie, teilweise im Vordergrund, oft jedoch im Hintergrund gute Dienste und wichtige Beiträge zur Friedensförderung leiste. Institutionen wie das Genfer Zentrum für Sicherheitspolitik kämen gerade dann zum Einsatz, wenn offizielle diplomatische Kanäle versagten – wie etwa bei der Ausarbeitung von Waffenstillstandsmodalitäten durch führende Expertinnen und Experten für den Ukrainekonflikt.

Greminger hob zudem die Rolle der Universitäten als Orte des kritischen Denkens und Dialogs hervor. In einer Welt, in der Diplomatie auch in Rechenzentren und Laboren stattfinde, würden Forschung, Innovation und wissenschaftliche Exzellenz sicherheitspolitisch immer relevanter. Globale Sicherheitsstandards, beispielsweise in den Bereichen künstliche Intelligenz, Quantencomputing oder synthetischer Biotechnologie, würden heute und in naher Zukunft erarbeitet – die Schweiz hat hierzu einen wichtigen Beitrag zu leisten.

Sein Fazit: Die Weltordnung befinde sich im Umbruch, und auch wenn die Schweiz kein Machtvakuum füllen könne, so könne sie Verantwortung übernehmen und ein Vertrauensvakuum überbrücken – durch Dialog und Verlässlichkeit, leise, aber wirkungsvoll.


Anna-Julia Lingg, UZH Alumni

 

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