UZH Alumni Startup Stories: metaLead Therapeutics AG

Am October 29, 2024 veröffentlicht

Erfolgreiche Forschungsarbeiten und kreative Ideen motivieren zahlreiche Ehemalige der UZH, ihr eigenes Unternehmen zu gründen. In der Serie «UZH Alumni Startup Stories» stellen wir Jungunternehmer:innen und gestandenen Entrepreneur:innen Fragen zum Schritt in die Selbstständigkeit. Heute mit Dr. Michal Shoshan, Gründerin von metaLead Therapeutics.

Unternehmen: metaLead Therapeutics AG - metalead.ch

Geschäftsidee: Wie, was warum? metaLead hat sich zum Ziel gesetzt, die Behandlung von metallbedingten Krankheiten wie Bleivergiftung und die Wilson-Krankheit mit neuartigen kurzen Peptiden als Medikamenten zu revolutionieren.  

Die Vision: Wir wollen die besten und führenden Medikamente für die jeweiligen Indikationen entwickeln. 

Die Gründerin: Michal Shoshan – medizinisch-anorganische und Peptid-Chemikerin sowie Gruppenleiterin am Institut für Chemie der UZH

Die Gründung:  Das vom SNF finanzierte Projekt begann vor sechs Jahren und hatte zum Ziel, peptidbasierte Chelatbildner zur Behandlung von Bleivergiftungen zu entwickeln. Ich habe 2019 meine Forschungsgruppe an der UZH für dieses Projekt gegründet.
Wir testeten verschiedene Methoden und brachten mehrere Klassen potenzieller Kandidaten zum Vorschein, bei denen es sich allesamt um neuartige chemische Einheiten handelt. Unter diesen Klassen haben wir eine einzigartige Peptidfamilie entwickelt, von der einige Mitglieder alle Anforderungen an ein potenzielles Medikament erfüllen. Nach unserem ersten Mausmodell, das die hervorragenden Fähigkeiten unserer Peptide offenbarte, beschloss ich, diese Technologie in die reale Welt zu übertragen und ein Unternehmen darauf aufzubauen. Im Juli 2023 gründete ich die metaLead Therapeutics AG.
Schnell wurde uns klar, dass diese Peptide nicht auf Bleivergiftungen beschränkt sind, sondern auch für andere metallbedingte Krankheiten verwendet werden können, von denen viele seltene genetische Erkrankungen sind. Heute zielen wir auf die Wilson-Krankheit als unsere Hauptindikation ab.

Meet the Team: Wir sind ein Team von 7 Mitarbeitenden: Michal ist die CEO, Stefano Vavassori ist der COO, Tagwa Mohammed und Luca Sauser sind Wissenschaftler:innen, Erica Pedron und Yaël Hodel sind Forschungsmitarbeitende und Valerie Thevenoz ist eine Gründungsmitarbeiterin. 

Wichtigste Meilensteine bisher: Als wir die Fähigkeiten unserer Technologie an bleiverseuchten Mäusen validiert haben. 

Nächste wegweisende Schritte: Da wir uns kürzlich auf die Wilson-Krankheit spezialisiert haben, besteht unser dringendstes Ziel darin, die Leistung unserer Peptide am Mausmodell der Wilson-Krankheit zu untersuchen und sie mit den konkurrierenden Medikamenten zu vergleichen. Sobald wir dies erreicht haben, werden wir den klassischen Weg der Arzneimittelentwicklung beschreiten und die Überlegenheit unserer Wirkstoffe in Bezug auf Wirksamkeit und Sicherheit nachweisen und sie so bald wie möglich am Menschen testen. 

Das Beste an der Selbstständigkeit: Alles, was ich tue, trägt direkt zum Wachstum von metaLead bei, das in gewisser Weise mein «Baby» ist. 

Nobody's perfect – was ich beim nächsten Mal anders machen würde: Die Bedeutung der Auswahl der richtigen Mitarbeitenden kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden; unabhängig von der Aufgabe und den Verantwortlichkeiten sollte man sich immer die Zeit nehmen, das Team sorgfältig zu bewerten.  

Das ist die dunkle Seite der Selbständigkeit: Als Unternehmerin muss ich so viele Dinge erledigen, von denen ich eigentlich keine Ahnung habe, und das in einem schwindelerregenden Tempo und mit minimalen Fehlern... Das ist manchmal beängstigend. 

Dos & Dont's: Tipps für angehende Unternehmer:innen: Verfolgen Sie Ihre verrückten Ideen – Sie werden auf jeden Fall gewinnen. Umgeben Sie sich mit ehrgeizigen, motivierten und talentierten Menschen und sorgen Sie dafür, dass sie Ihren Weg mitgehen. 

Beste Teambuilding-Übung: Einmal im Jahr machen wir einen Teamausflug in die Berge. Zwei energiegeladene Tage lang haben wir Spass zusammen. Die Motivation danach steckt an.  

Inspiration – unsere Vorbilder: Das Zürcher Biotech-Ökosystem ist voll von tollen Vorbildern. Um nur einige zu nennen: Daniela von Cutiss und Josh und Simon von EraCal, beides übrigens auch Spin-offs der UZH.

Die UZH bedeutet für mich: Der fruchtbare Boden, der es uns ermöglicht hat, unsere Technologie zu entwickeln und zu validieren. Das UZH Biotech Entrepreneur Fellowship mit seinen Trainings und seinem Netzwerk sind wichtige Komponenten für mein Lernen und den Transfer der akademischen in die unternehmerische Welt. Das UZH Startup Label zeichnet unsere Qualität und Kompetenz aus, darauf sind wir stolz.  


UZH Startup Label
Seit 1999 wurden an der Universität Zürich mehr als 100 Spin-offs gegründet, die basierend auf Technologien der UZH neue Produkte entwickeln oder zur Marktreife führen. Studierende und Ehemalige der UZH gründeten zudem eine Vielzahl weiterer Startups. Seit 2017 vergibt die UZH ausgewählten Spin-offs und Startups das UZH-Startup-Label. Mit dem UZH-Startup-Label werden Unternehmen Teil einer innovativen Gemeinschaft an der Universität Zürich. Sind Sie Entrepreneur:in? Beantragen Sie das UZH-Startup-Label.
 
UZH Alumni Entrepreneurs
Spin-offs und Unternehmer:innen der Universität Zürich spielen eine immer wichtigere Rolle im Schweizer Startup-Ökosystem. Das interdisziplinäre Chapter UZH Alumni Entrepreneurs widmet sich der Förderung von Innovation, Leadership und Unternehmertum. Mehr erfahren


Anna-Julia Lingg, UZH Alumni