
Alumni-Reise nach Yunnan und Tibet
Bericht des Reiseleiters und UZH-Alumnus Dr. Hans Jakob Roth zur Alumni-Reise der ETH und UZH nach Yunnan und Tibet im Juni 2024.
Vorgesehen war eigentlich eine Tibet-Reise im Jahr 2020. Doch Covid liess dies bis zum Juni 2024 nicht zu. Die Verzögerung hatte jedoch ihre Vorteile, da die Alumni zu den ersten Auslandgruppen gehörten, die Tibet wieder bereisen konnten.
Vom auf 1900 m gelegene Kunming, Hauptstadt der Provinz Yunnan, gewöhnten wir uns über Dali, Lijiang und Shangri-La auf 3100 m ü. Meer in der ersten Woche an die grösseren Höhen des Himalaya. In Dali besichtigten wir den Park mit den drei Pagoden aus der Yuan und der Song Zeit und hatten Gelegenheit, durch den Markt zu gehen. In Lijiang begrüsste uns eine der wenigen übriggebliebenen Mao Zedong Statuen in der Stadt und in Shaxi hatten wir Gelegenheit, das mit Hilfe der ETH restaurierte Gemeindezentrum zu besuchen und uns von der Zusammenarbeit der Hochschule mit der Architekturabteilung der Universität Nanjing zu überzeugen.
Nach dem Besuch der Schluchten des Yangtse Flusses, der sich hier durch die Falten des Himalaya in die chinesische Tiefebene zwängt, begaben wir uns nach Zhongdian, das heute in Shangri-La umbenannt worden ist. Ob es tatsächlich das von James Hilton in den dreissiger Jahren des 20. Jahrhunderts in seinem Buch beschriebene Shangri-La ist, bleibt allerdings bis heute offen. Von hier aus flogen wir in rund eineinhalb Stunden über den Himalaya zum Flughafen von Lhasa im Yarlung Tal.
Die zweite Woche war ganz dem Tibet gewidmet. Auf der Fahrt nach Lhasa machten wir im Yarlung Tal in Yumbulagang, der Burg des ersten tibetischen Königs Halt. Beeindruckend waren die Anstrengungen der chinesischen Regierung, mit grossen Aufforstungen der Verwüstung der Landschaft durch die Sandstürme Einhalt zu gebieten. In Lhasa selbst besichtigten wir den riesigen Komplex des Potala Palastes und die Sommerresidenz des Dalai Lama, Norbulinka. Wir hatten auch ausgiebig Zeit, die Stadt kennenzulernen und gingen abends in den Volkspark, um den beleuchteten Potala zu bestaunen.
Eine weite Rundreise führte uns in vier Tagen über den Pass Khamba-La auf 4795m ü.M. entlang des Yamdrok-tso Sees zum Karo-la Pass auf 5050m ü.M. und weiter zur Stadt und zum Kloster Gyantse. Leider hatten wir im wolkenverhangenen Himalaya nur einen kurzen Blick auf den Nagarzé mit seinen 7200 Metern. Wir bekamen hingegen einen guten Eindruck von der alpinen Flora auf dieser Höhe. Eines der Highlights der Rundreise war sicher der Besuch des Gyantse Kumbum, eines Klosterturms aus dem 15. Jahrhundert in der Stadt Gyantse.
Auf dem Weg nach Shigatse entlang dem Oberlauf des Yangtse konnten wir uns ein Bild über die grossen chinesischen Anstrengungen machen, Tibet über Bahn- und Strassenbau zugänglicher zu machen. Auch für das Militär, dessen Präsenz nicht zu übersehen war, wird damit der Zugang zur chinesisch-indischen Grenze im Himalaya erleichtert. Über die Stadt Shigatse, wo wir das Heimkloster des Panchen Lama, Tashilhumpo, besuchten, kehrten wir schliesslich zum Flughafen von Lhasa im Yarlong Tal zurück und traten über Bangkok mit Thai Airways die Rückreise nach Zürich an.
Dr. Hans Jakob Roth
Impressionen
Titelbild: Potala in der Nacht
