UZH-Alumnus: Dr. oec. publ. Alain Gut, Träger des ersten Alumni-Awards

Jun 03, 2019

Am Dies academicus der UZH Ende April erhielt Dr. Alain Gut den ersten Alumni Award für seine Verdienste für das Alumniwesen. Im Interview erklärt er, weshalb die Förderung einer aktiven Alumnikultur bereits während des Studiums ansetzen muss.

Alumni-Award
UZH-Alumni-Präsident Peter Isler (links) und UZH-Rektor Michael Hengartner (rechts) überreichen Alain Gut den Alumni-Award am Dies academicus.

Alain Gut, was bedeutet Ihnen die UZH? 
Die UZH ist meine Universität. Ich habe ihr viel zu verdanken, da sie mir eine spannende Studienzeit und die Basis für meinen beruflichen Erfolg gegeben hat. Berufserfolge von Absolventinnen und Absolventen sind eng mit dem Image der UZH verknüpft. Die UZH ist für die spätere berufliche Karriere ihrer Studierenden mitverantwortlich. Ehemalige sind dabei wichtige Kommunikationspartner, die Input und Impulse aus der Praxis zur Verbesserung des Hochschulangebots einbringen können. Nur mit ihrem Studium zufriedene Studierende sind potenziell zufriedene Ehemalige und bereit, Wissen, Erfahrung und Geld an ihre Hochschule zurückzugeben. Deshalb war es mir immer wichtig, mit meiner UZH in Kontakt zu bleiben.


Weshalb engagieren Sie sich für das Alumniwesen? 
Am Ende meines Studiums war mir nicht bewusst, wie schnell ich meine Studienkollegen aus den Augen verlieren würde. Auch merkte ich erst nach einigen Jahren, wie wichtig es im Berufsleben ist, gute und viele Beziehungen, ein Netzwerk, zu haben. Ausserdem vermisste ich den Kontakt zur Universität, was einer der Gründe war, weshalb ich mich für ein Doktorat entschied. Kurz vor meiner Promotion hatte das Institut für Informatik im Juni 1996 alle auffindbaren Ehemaligen eingeladen und die Bildung einer Alumni-Organisation angeregt. Von da an war ich mit dem Alumni-Virus infiziert. Zuerst durfte ich elf Jahre lang die Alumni Wirtschaftsinformatik Universität Zürich präsidieren und anschliessend war ich acht Jahre lang Vizepräsident und Quästor der Dachorganisation Alumni UZH. Bei deren Gründung war ich im Kernteam dabei und konnte meine Erfahrungen einbringen. Es war mir sehr wichtig, dass auch die gesamte UZH die Bedeutung und die Chancen des Alumniwesens erkennt. Eine Vernetzung der Ehemaligen untereinander und mit der Hochschule führt zur Schaffung eines starken Wir-Gefühls und zur Identifizierung mit der eigenen Universität.


Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Alumniwesens der UZH?
Alle Absolventinnen und Absolventen der UZH gehen auf einen immer mehr global bestimmten Arbeitsmarkt. Ihr Erfolg auf dem Arbeitsmarkt ist auch eine Bewertung des Angebots und der Leistung der UZH. Die UZH selbst hatte bis zur Gründung der Alumni-Dachorganisation und der einzelnen Alumni-Organisationen keine Kenntnis vom beruflichen Werdegang ihrer ehemaligen Studierenden und somit keine Beziehungen zu ihnen. Damit die Ehemaligen den Kontakt zu ihrer Alma Mater halten oder sogar für sie tätig werden, muss bereits im Studium das Engagement der Studentinnen und Studenten gefördert werden. Eine Voraussetzung dafür ist die Identifikation mit ihrer UZH. Es hat sich in den letzten dreizehn Jahren seit der Gründung der Dachorganisation einiges getan, aber es fehlen immer noch identifikationsfördernde Angebote. Alle Fakultäten und ihre Dekane sowie alle Institute und ihre Professoren sind darum in der Pflicht, ihren Beitrag zu einer Alumnikultur an der UZH zu leisten und den Alumni-Gedanken zu fördern. 
 

Anna-Julia Lingg


Andere Neuigkeiten

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen.