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  • Dr. phil. Yvonne-Denise Köchli, Verlegerin und Publizistin: Publizieren in der Krise

    Jun 03, 2014

    Yvonne-Denise Köchli hat ihre Ausführungen mit einer These begonnen: «Erst die Frauen, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts geboren wurden (ich gehöre dazu), haben etwas anderes als das Publizieren in der Krise erlebt – aber auch nur für kurze Zeit.» In einer kurzen tour d’horizon legte sie dar, wie sich die Frauen, die seit 1800 im grösseren Stil zu schreiben begannen, verstecken mussten, um der Ausgrenzung zu entkommen: Sie publizierten anonym, kryptonym, pseudonym oder heteronym. Am Beispiel ihrer eigenen Biografie zeigte sie danach auf, wie schwierig es als junge Journalistin noch war, wenn man als Frau über die internationale Abrüstungsdebatte schreiben wollte, anstatt eine schöne Theaterbesprechung zu liefern. Erst in den neunziger Jahren, nach der Nicht-Wahl von Christine Brunner, die in der Schweiz einen eigentlichen Dammbruch auslöste, waren publizierende Frauen im Mainstream angelangt – mit der Verheissung auf eine fantastische Zukunft im 21. Jahrhundert. Doch was folgte, war die grosse Ernüchterung. Zum Rollback in der Emanzipationsbewegung kam für die publizierenden Frauen die Implosion der klassischen Medien. Mit dem Resultat, dass man heute Frauen wieder regelmässig «vergisst»: weniger Präsenz in den Medien, weniger Auftritte als Expertinnen, kaum Chancen, relevante Debatten zu initiieren. Ein Rückfall in die alte Männerdemokratie also, ohne wirkliche Partizipation und Inklusion der Frauen.«Gute Nacht, Helvetia!» Doch Yvonne-Denise Köchli wollte nicht mit diesem pessimistischen Grundton schliessen. Sie zeigte ein Slide mit der reisenden Helvetia von Bettina Eichin und versprach: «Wir machen einen neuen Anlauf!»


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