
Botschafter:innen für die UZH
«Die Begeisterung der Alumni und Alumnae für die Universität Zürich ist für mich ein zusätzlicher Ansporn, mich noch stärker für unsere Universität und ihren guten Ruf einzusetzen – damit Ehemalige auch in Zukunft stolz auf ihre Alma Mater sein können.» UZH-Rektor Michael Schaepman über die Chancen des Alumni-Netzwerks.
Wie wichtig ist ein gutes Netzwerk für Sie?
Als Forscher wie auch als Rektor ist es für mich sehr wichtig, Kontakte zu einem möglichst breiten Personenkreis pflegen zu können. Dabei beschränke ich mich nicht nur auf die Akademie, sondern ich bin bestrebt, auch zu Akteurinnen und Akteuren aus Politik, Wirtschaft, Kultur und der ganzen Gesellschaft gute Beziehungen zu unterhalten. Denn ich bin überzeugt: Wissenschaft lebt von der Vielfalt an Perspektiven – genau so entsteht Interdisziplinarität! Ein gutes und möglichst vielfältiges Netzwerk ist unabdingbar.
Was unterscheidet das Alumni-Netzwerk von anderen Netzwerken?
Neben einem ausgeprägten Interesse an Wissenschaft sind Erfahrungen einer gemeinsamen Studienzeit oder das Durchlaufen einer gemeinsamen Ausbildung sicherlich etwas, was das Alumni-Netzwerk der UZH in besonderem Masse charakterisiert. Hinzu kommt, dass viele Mitglieder der einzelnen Alumni-Vereine sich sehr lange und gut kennen. Solche langjährigen Beziehungen sind meines Erachtens meist sehr tragfähig – und darum besonders wertvoll.
Ein starkes Netzwerk bringt uns persönlich weiter. Wie kann die Institution UZH von ihrem Alumni-Netzwerk profitieren?
Wenn unsere Alumni positive oder gemeinschaftsbildende Erfahrungen an der UZH durchlebt haben, erinnern sie sich gerne an ihre Zeit an der UZH zurück. Sie tauschen sich auch gerne darüber aus und dienen so gleichzeitig als «Ambassadors» für ihre Universität. Die UZH profitiert davon, dass sie in den Netzwerken positiv erwähnt wird und dadurch Reputationsgewinn erfährt. Ebenso wird so die gesellschaftliche Einbettung gestärkt und wir als Teil der Gesellschaft wahrgenommen.
Welche Rolle spielt die internationale Vernetzung für die UZH?
Internationale Netzwerke sind ein Schlüsselfaktor für Erfolg in Forschung, Lehre, Weiterbildung und Innovation. Zum einen profitiert die Wissenschaft von den vielfältigen Perspektiven und von der internationalen Zusammenarbeit. Internationalität hilft uns zum anderen, die besten Köpfe weltweit rekrutieren zu können und so im globalen Vergleich konkurrenzfähig zu bleiben. Last, but not least ist die Vernetzung mit Personen und Institutionen im In- und Ausland der beste Weg, damit unsere Studierenden bereits früh international Erfahrungen sammeln können.
Von Berlin bis Japan treffen Sie auf Ihren Reisen immer wieder Mitglieder der internationalen Alumni-Chapters. Was nehmen Sie aus diesen Treffen mit?
Es ist für mich immer wieder eine Freude, weit weg von Zürich auf Menschen zu treffen, die von der UZH mindestens so begeistert sind wie ich und die sich bis heute sehr für die Aktivitäten ihrer Alma Mater interessieren. Dies ist für mich ein zusätzlicher Ansporn, mich noch stärker für unsere Universität und ihren guten Ruf einzusetzen – damit Ehemalige auch in Zukunft so stolz auf die UZH sein können.
Wie können die Alumni weltweit die UZH unterstützen?
Alumnae und Alumni dienen als Brückenbauerinnen und Brückenbauer zwischen der Universität und ihrem Umfeld. Sie vermitteln uns sehr wertvolle Kontakte zu Institutionen und Menschen – und damit zur Gesellschaft ausserhalb der Universität. Sie bringen die UZH positiv ins Gespräch und tragen zum Renommee ihrer Alma Mater bei. Zunehmend wichtig ist daneben die finanzielle Unterstützung, welche die UZH in der Form von Spenden oder Legaten von ihren Ehemaligen erhält. Wertfreie Grundlagenforschung, wie sie die UZH betreibt, ist teuer. Hinzu kommt, dass die Beiträge der öffentlichen Hand nicht im selben Masse zunehmen wie die Kosten, welche die stetig wachsende Zahl unserer Studierenden verursacht: Wir rechnen bis 2028 mit rund 30'000 Studentinnen und Studenten. Das stellt uns vor Herausforderungen. Um Qualität und Impact langfristig sichern zu können, ist die UZH daher vermehrt auf sogenannte Drittmittel angewiesen.
Welchen Ratschlag haben Sie für junge Absolventinnen und Absolventen?
Nutzen Sie die Möglichkeiten, welche das breite und weltweit etablierte Alumni-Netzwerk der UZH Ihnen bietet! Werden Sie Mitglied in einem unserer Alumni-Vereine und bleiben Sie so mit Ihren Studienkolleginnen und Studienkollegen in Kontakt! Profitieren Sie vom Wissen und der Erfahrung von Personen, die ihr Studium bereits vor längerer Zeit abgeschlossen haben. Ausserdem erhalten Sie als aktive Alumna bzw. aktiver Alumnus immer die neusten Informationen von der Universität, welche Sie ausgebildet hat. Das lohnt sich, denn wir bleiben immer spannend!
Anna-Julia Lingg, UZH Alumni
