
UZH Alumni Startup Stories: evulpo
Erfolgreiche Forschungsarbeiten und kreative Ideen motivieren zahlreiche Ehemalige der UZH, ihr eigenes Unternehmen zu gründen. In der Serie «UZH Alumni Startup Stories» stellen wir Jungunternehmer:innen und gestandenen Entrepreneur:innen Fragen zum Schritt in die Selbstständigkeit. Heute mit UZH-Alumnus Christian Marty, Mitgründer der Lernplattform evulpo.
Unternehmen:
evulpo
Geschäftsidee: Wie, was, warum?
Eigentlich begann alles mit einer Irritation: Alle haben von der Digitalisierung im Bildungswesen gesprochen – und doch fanden wir kein Tool, mit dem Schüler:innen wirklich besser lernen konnten als mit klassischen Schulbüchern. Wir fragten uns: Wie müsste Technologie aussehen, damit sie Bildung tatsächlich fördert? evulpo ist – kurz gesagt – unser Versuch, darauf eine praktische Antwort zu geben.
Die Vision:
Bildung ist die Grundlage einer funktionierenden Gesellschaft. Wir möchten unseren Teil zu einer solchen Gesellschaft beitragen. Um es in Form eines Slogans zu sagen: «We make the world a smarter place!» Oder – wie es kürzlich Jonas, mein Mitgründer, formulierte: «We educate the world.»
Die Gründer:
Ich habe evulpo zusammen mit Jonas Fehlmann – ebenfalls Alumnus der UZH – gegründet. Jonas studierte Banking & Finance, ich studierte und promovierte an der UZH in Geschichte und Philosophie.
Gründungsjahr:
2020
Wegbereiter:innen:
Es gab etliche Personen, welche dieser Firma den Weg bereitet haben – etwa Persönlichkeiten aus dem Bildungswesen wie ehemalige Lehrpersonen, Unternehmer:innen aus anderen Feldern wie einige unserer Investoren, und nicht zuletzt Menschen, die uns ganz wichtig sind – also Familienmitglieder, Freunde und Kolleg:innen.
Unser Team:
Aktuell beschäftigen wir rund 30 Mitarbeitende: einen bunten Mix aus Software Engineers, Lehrmittelexpert:innen, Designer:innen sowie Marketing- und Sales-Fachleuten.
Wichtigste Meilensteine:
Es gab viele Meilensteine: eine Finanzierungsrunde in Höhe von fast 10 Millionen Franken, der Go-live der Plattform im Ausland, der Gewinn unseres ersten Kunden, unser erster Preis («Best of Swiss Web» in der Kategorie «Public Value») und natürlich die vielen Rückmeldungen von Lehrpersonen, Eltern und Kindern, die sagen, dass man mit uns besser lernt als mit jedem Lehrbuch.
Das Beste an der Selbstständigkeit:
Das Beste? Das sieht wohl jeder Unternehmer etwas anders. Meine Ansicht: In Windeseile etwas Bedeutungsvolles auf die Beine stellen. Zudem gefällt mir, dass ich mir meinen Tag frei einteilen kann – ein schöner Umstand, der im Kapitalismus keine Selbstverständlichkeit ist.
Niemand ist perfekt – Dinge, die wir beim nächsten Mal anders machen würden:
Wir hätten die Skalierung ins Ausland später angehen sollen. Man muss «Product Market Fit» haben, bevor man skaliert – den hatten wir zu diesem Zeitpunkt erst in Ansätzen. Mit anderen Worten: Etwas mehr Geduld wäre angebracht gewesen.
Herausforderungen:
Die Sales-Zyklen im Bildungssystem sind nicht gerade für ihre Schnelligkeit bekannt. Zudem gibt es nach wie vor teils nur sehr geringe Budgets für Software. Beides führt dazu, dass man trotz positiver Rückmeldungen oft nicht so schnell verkaufen kann, wie man möchte.
Die dunkle Seite der Selbstständigkeit:
Dunkle Seiten? Ich sehe nichts, was wirklich dunkel wäre – zumindest nicht in einem Job, in dem man täglich das Bildungssystem unterstützen kann.
Dos & Don’ts: Tipps für angehende Unternehmer:innen:
Ehrlich gesagt: Ich fühle mich nicht dazu berufen, anderen Unternehmer:innen zu sagen, was sie tun oder lassen sollen.
Beste Teambuilding-Übung:
Das beste Teambuilding besteht darin, gemeinsam wirklich schwierige Probleme zu lösen. Das ist meiner Erfahrung nach wertvoller als eine gemeinsame Wanderung.
Inspiration – unsere Vorbilder:
Ich promovierte über Max Weber und dessen Frage, ob und wie in der modernen Welt eine gelungene Lebensführung möglich ist. Mit Weber sage ich: Ein gelungenes Leben führt, wer seiner eigenen Maxime folgen kann – und tut, was er oder sie letztlich für wertvoll hält. Diejenigen Menschen, die dies tun, sind meine «Role Models», um es mit diesem, wie ich finde, etwas eigenartigen Begriff auszudrücken.
Die UZH bedeutet für uns:
Die UZH ist für evulpo ein Ort, der viele kluge Absolvent:innen – und viele kluge Mitarbeiter:innen – hervorgebracht hat. Zudem ist die UZH der Ort meines Studiums und meiner Promotion: Schon deshalb ist sie für mich unvergesslich. Meine Lieblingsprofessor:innen waren der allwissende Bernd Roeck, der überaus belesene Jakob Tanner und Ursula Pia Jauch, die alle anderen Professor:innen an Originalität übertraf.
Auch der Austausch mit dem UZH Innovation Hub war und ist immer bereichernd. Besonders gerne besuche ich Veranstaltungen, an denen Unternehmer:innen von ihren Laufbahnen berichten.
UZH Startup Label
Seit 1999 wurden an der Universität Zürich mehr als 150 Spin-offs gegründet, die basierend auf Technologien der UZH neue Produkte entwickeln oder zur Marktreife führen. Studierende und Ehemalige der UZH gründeten zudem eine Vielzahl weiterer Startups. Seit 2017 vergibt die UZH ausgewählten Spin-offs und Startups das UZH-Startup-Label. Mit dem UZH-Startup-Label werden Unternehmen Teil einer innovativen Gemeinschaft an der Universität Zürich. Sind Sie Entrepreneur:in? Beantragen Sie das UZH-Startup-Label.
UZH Alumni Entrepreneurs
Spin-offs und Unternehmer:innen der Universität Zürich spielen eine immer wichtigere Rolle im Schweizer Startup-Ökosystem. Das interdisziplinäre Chapter UZH Alumni Entrepreneurs widmet sich der Förderung von Innovation, Leadership und Unternehmertum. Mehr erfahren
Anna-Julia Lingg, UZH Alumni
