UZH Alumni Startup Stories: Portfolio Career Institute PFCI

Published on March 5, 2026

Erfolgreiche Forschungsarbeiten und kreative Ideen motivieren zahlreiche Ehemalige der UZH, ihr eigenes Unternehmen zu gründen. In der Serie «UZH Alumni Startup Stories» stellen wir Jungunternehmer:innen und gestandenen Entrepreneur:innen Fragen zum Schritt in die Selbstständigkeit. Heute mit Andreia Fernandes, Gründerin von Portfolio Career Institute PFCI.

Unternehmen: Portfolio Career Institute PFCI  – ein Unternehmen der SEABRAND International GmbH www.portfoliocareerinstitute.com

Geschäftsidee: Wie, was, warum? Unsere Arbeitswelt befindet sich seit Jahren im Wandel. Megatrends wie «Future of Work», demografische Veränderungen und der Fachkräftemangel führen dazu, dass Erwerbsarbeit immer seltener aus nur einer Funktion besteht. Stattdessen setzt sie sich zunehmend aus verschiedenen Rollen, Projekten und Tätigkeiten zusammen.

Unsere Mission ist es, Menschen beim Aufbau einer Portfolio Karriere PFC® zu begleiten und Organisationen dabei zu unterstützen, entsprechende Modelle strukturell zu ermöglichen. Ziel ist es, Zugang zu breiterer Expertise zu schaffen und gleichzeitig die Arbeitgeberattraktivität nachhaltig zu stärken.

Die Vision: Unsere Vision lässt sich als «work that works – for humans and organizations» zusammenfassen: Arbeit soll für alle funktionieren. Arbeitsplätze sollen inklusiv gestaltet sein – unabhängig von individuellen Fähigkeiten oder Berufswegen. Nachhaltige Wertschöpfung entsteht durch die Vielfalt unterschiedlicher Rollen und Professionen. Dass «inklusiv» dabei auch anders interpretiert werden kann, ist für uns ein erwünschter positiver Nebeneffekt.

Wann begann es und wann wurde es offiziell? Unsere Gründerin Andreia verfolgt selbst seit über 12 Jahren eine Portfolio Karriere – unter anderem als Strategin, Dozentin und Coach. In ihrer Arbeit hat sie zahlreiche Professionals in eine PFC® auf diesem Weg begleitet und dabei festgestellt: Die Herausforderungen – von A wie Astrophysikerin bis Z wie Zahnärztin – sind erstaunlich ähnlich. Aus dieser Erkenntnis entstand die Überzeugung, dass es für alle möglich sein muss, eine Karriere nach eigener Definition von Erfolg zu gestalten – auch jenseits des linearen Aufstiegs auf der Karriereleiter.

 Die konkrete Idee, Portfolio Karrieren auch institutionell als Unternehmen zu verankern, entwickelte Andreia 2022 im Rahmen ihrer Abschlussarbeit im CAS in Positiver Psychologie an der Universität Zürich. Das heutige Portfolio Career Institute PFCI gibt es seit 2024.

Wegbereiter:innen: Auch wenn wir den Begriff «Portfolio Karriere» nicht selbst geprägt haben – er wird häufig Charles Handy im Jahr 1994 zugeschrieben – gehören wir zu jenen, die ihn seit vielen Jahren prägend verwenden. Oft hören wir, dass der Begriff vielen erstmals eine Sprache gibt für das, was sie bereits praktizieren – auch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Uni Zürich.

Wichtige Impulse erhalten wir zudem durch den Austausch mit Wegbereitenden wie etwa Professor Lauren Howe vom Center for Future of Work der UZH sowie dem Center for Diversity der Universität St. Gallen.

Unser Team: Aktuell sind wir fünf Mitarbeitende – oder sieben, wenn man die beiden Katzistenten mitzählt.

 Wichtigste Meilensteine: Besonders schön sind Rückmeldungen wie: «Das gibt dem, was ich schon länger mache, endlich eine Sprache – bisher war es immer schwierig, es anderen zu erklären».

Unser Fokus liegt bewusst auf der Nachhaltigkeit von Portfolio Karrieren. Wir wollen zwar, dass Menschen bereit sind für die nächste Ära des Arbeitsmarktes, aber nicht nur indem sie diversifizieren, sondern auch reflektieren, was sie wirklich brauchen, um langfristig gesund und wirksam zu bleiben.

Ein wichtiger Schritt ist aktuell die Transformation von «Portfolio Career» zum «Portfolio Career Institute». Damit signalisieren wir noch klarer, dass wir nebst individuellen Angeboten, vom Kurs über 10 Sessions bis zur Community, auch Arbeitgebende darin begleiten wollen, Portfolio Karrieren zu ermöglichen.

Viele Arbeitgeber scheuen noch davor zurück, sogenannte fractionale Rollen zu ermöglichen, sprich Teilzeitmitarbeitende anzustellen, von denen sie wissen, dass sie noch einer anderen Tätigkeit nachgehen, egal ob selbstständig oder bei einer anderen Firma. Es gibt zu viel Ungeklärtes. Hier setzen wir an und unterstützen Unternehmen beim Aufbau entsprechender Strukturen.

Uns ist bewusst, dass wir damit nicht nur unserer Zeit voraus sind, sondern auch in einer anspruchsvollen weltwirtschaftlichen Lage starten. Und doch sind wir überzeugt: Wer sich jetzt vorbereitet, wird bei Hochkonjunktur deutlich resilienter mit Fachkräftemangel und demografischem Wandel umgehen können.

Das Beste an der Selbstständigkeit: Jeden Tag zu wissen, wofür wir aufstehen.

Feedbacks von Kursteilnehmerinnen zu bekommen, die sich gestärkt fühlen eine Karriere aufzubauen, die ihrer eigenen Definition von Erfolg entspricht und sie nicht ausbrennen lässt.

Und ja: Im Winter die Katzen im Büro und im Sommer der Luxus zwischen Meetings kurz schwimmen zu gehen.

Niemand ist perfekt – Dinge, die wir beim nächsten Mal anders machen würden: Am Anfang haben wir die Technische Infrastruktur unterschätzt. Das hat bedeutet, dass wir gewisse Dinge später nochmals aufrollen und neu implementieren mussten. Mühsam, aber lehrreich.

Die dunkle Seite der Selbstständigkeit: Aktuell ist gerade das Konkurrenzmomentum im Zusammenhang mit KI etwas beängstigend. Grundsätzlich glauben wir an Konkurrenz – der Markt wächst, wenn sich mehr Akteure mit dem Thema befassen. Gleichzeitig zeigt sich, dass Inhalte schnell kopiert oder unsauber weiterverwendet werden. Kürzlich hat etwa eine andere Organisation ein Webinar zum Thema angeboten. In der Eventausschreibung wurde ein «Portfolio Career Canvas» versprochen – nun: im Kurs selbst war dann kein Wort von einem Canvas. Das bestätigt uns darin, weiterhin auf Substanz, Qualität und echte Expertise zu setzen.

Dos & Don’ts: Tipps für angehende Unternehmer:innen: Versuch möglichst nur auf Menschen zu hören, die das, was du tust, in ähnlicher Form auch tun oder getan haben. Denn sobald man sichtbar wird, hat plötzlich jeder eine Meinung. Am Ende zählt aber deine eigene innere Stimme. Und speziell für die Schweiz: Just do it! Wir müssen uns trauen, mehr Risiken einzugehen.

Beste Teambuilding-Übung: Oh viele! Eine von Andreias Portfolio Tätigkeiten ist, Teambuildings für Unternehmen durchzuführen. Es gibt nicht eine Paradeübung, da es immer auf Team und Kontext ankommt.

Inspiration – unsere Vorbilder: Inspiration finden wir derzeit vor allem offline – bei Gesprächen mit Menschen unterschiedlichster Hintergründe.

Die UZH bedeutet für uns: Ein Ort der Inspiration. Dort kommt so viel Wissen und Innovation zusammen.

Andreia war 2024-2025 Lead Entrepreneurship Training am Innovation Hub der Universität Zürich. In der Zeit hat sie die Entrepreneurship Bootcamps entwickelt und durchgeführt. Heute doziert sie an der Uni Zürich im Entrepreneurship Experience Lab, das frühere Entrepreneurship Bootcamp. 

 


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Seit 1999 wurden an der Universität Zürich mehr als 100 Spin-offs gegründet, die basierend auf Technologien der UZH neue Produkte entwickeln oder zur Marktreife führen. Studierende und Ehemalige der UZH gründeten zudem eine Vielzahl weiterer Startups. Seit 2017 vergibt die UZH ausgewählten Spin-offs und Startups das UZH-Startup-Label. Mit dem UZH-Startup-Label werden Unternehmen Teil einer innovativen Gemeinschaft an der Universität Zürich. Sind Sie Entrepreneur:in? Beantragen Sie das UZH-Startup-Label.
 
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 Anna-Julia Lingg, UZH Alumni