UZH Startup Stories: Everon

Published on February 2, 2023

Erfolgreiche Forschungsarbeiten und kreative Ideen motivieren zahlreiche Ehemalige der UZH, ihr eigenes Unternehmen zu gründen. In der Serie «UZH Startup Stories» stellen wir Jungunternehmer:innen und gestandenen Entrepreneurs Fragen zum Schritt in die Selbstständigkeit. Heute mit Florian Rümmelein, MA UZH Banking & Finance 2019, Jonas Bächinger, MSc UZH in Mathematik 2019, Lilais Funk, Kommunikation & Publizistik, und Brice Zanetti, MA UZH Banking & Finance 2019, Gründerteam von Everon AG.

Unternehmen:  
Everon AG, https://everon.swiss/

Geschäftsidee: Wie, was, warum?
Vor der Gründung von Everon war unser Gründerteam im Private Banking tätig, wo ausschliesslich hochvermögenden Personen (ab 10 Mio. CHF) betreut werden konnten. Während dieser Zeit haben wir viele Anfragen von Kunden erhalten, welche von Privatbanken nicht bedient wurden. Sie hatten das Bedürfnis nach unabhängiger Betreuung und dem Zugang zu massgeschneiderten Anlagemöglichkeiten, da sie von herkömmlichen Finanzdienstleistern meist keine objektive Beratung und keine passende Anlagelösung erhielten.

Wir glauben daran, dass der Zugang zu unabhängiger Vermögensverwaltung und den besten Anlagemöglichkeiten kein Privileg für Wenige sein sollte. 
Unsere Mission ist es, Menschen zu helfen, die richtigen Entscheide für Ihr finanzielles Leben zu treffen. Aus diesem Grund haben wir Everon gegründet und kombinieren dabei innovative Technologie mit unabhängiger Betreuung und den attraktivsten Anlagemöglichkeiten.

Das Gründerteam:
Florian Rümmelein, Jonas Bächinger, Lilais Funk und Brice Zanetti haben an der Universität Zürich studiert und das Fintech Everon im Jahr 2019 gegründet. 

Florian Rümmelein, CEO von Everon, hat Banking & Finance, Financial Economics und Behavioral Finance studiert und mit summa cum laude abgeschlossen. Während und nach seinem Studium arbeitete er im Private Banking, wo er für ein Family Office hochvermögende Kunden betreute. Er verfügt über mehrjährige Erfahrung im Portfolio Management.

Jonas Bächinger ist COO bei Everon und hat mit seinem Jugendfreund Florian Rümmelein die ersten Bausteine für Everon im Jahr 2018 gelegt. Jonas hat einen Masterabschluss in Mathematik mit Fokus auf Stochastik, Statistik und Mathematical Finance. Auch er war neben seinem Studium im Investment Banking und in einem Family Office tätig.

Lilais Funk leitet das Marketing bei Everon und studierte Kommunikationswissenschaften und Publizistik. Vor ihrer Zeit bei Everon war Lilais bei einem Beratungsunternehmen mit Fokus auf M&A-Transaktionen tätig und unterstützte die Geschäftsleitung in Bereich Kommunikation.

Brice Zanetti, CFA, ist für die strategische Weiterentwicklung von Everon und die Kunden- und Partnerbetreuung verantwortlich. Brice hat einen Master in Banking & Finance mit Minor in Financial Accounting absolviert und hält den CFA Charterholder. Er war vor seiner Zeit bei Everon mehrere Jahre im Investment Banking bei einer Grossbank tätig.

Das Gründungsjahr: Wann begann es und wann wurde es offiziell? 
Mit den ersten Brainstormings zu Everons Geschäftsidee haben Florian, Jonas und Lilais im Jahr 2018 in Venedig begonnen. Sie beobachteten noch während des Studiums, dass viel Innovationspotenzial im Private Banking besteht und dieses kaum zugänglich war. Um unabhängige Vermögensverwaltung zu öffnen, war somit Platz für ein neuer Anbieter am Markt, der mit Hilfe von Technologie die Hürden zum Private Banking senkt. Das Unternehmen wurde im Juli 2019 gegründet und wurde im November 2019 offiziell «Everon» getauft. 

Anzahl Mitarbeitende: 
Im Jahr 2019 sind wir zu viert gestartet. Die Aufbauphase dauerte bis Ende 2021, als wir unsere App lancierten und folglich kontinuierlich neue Mitarbeitende eingestellt haben. Im Frühling 2022 zählte unser Team bereits 10 Mitarbeitende und nach dem Aufbau eines Tech-Teams in Rumänien arbeiten nun 16 Personen für Everon. 

Wichtigste Meilensteine:
Seit der Gründung gab es zahlreiche Meilensteine und wir freuen uns über jedes Ziel, welches wir erreichen. Zu einem der ersten Meilensteine zählt die Lancierung des ersten Produktes im November 2021. Gemeinsam mit den ersten Benutzern konnten wir unser Produkt seither massgebend weiterentwickeln und zählen schon über tausend Benutzer. Als einen weiteren Meilenstein würden wir das Wachstum unseres Teams bezeichnen sowie die Fähigkeit, einen Grossteil der Arbeit mittlerweile in-house absolvieren zu können, da viele Positionen von Spezialisten besetzt sind. Den letzten und grössten Meilenstein bisher haben wir gerade neulich erreicht, als wir unsere erfolgreiche Seed-Finanzierungsrunde im Januar 2023 mit TX Ventures als Lead-Investor kommunizieren durften. Das ist eine riesige Motivation für uns alle, dass wir auf dem richtigen Weg sind, ein reales Bedürfnis für eine Vielzahl von Menschen zu befriedigen. 

Das Beste an der Selbstständigkeit:
Kein Tag gleicht dem anderen und die spannenden, innovativen Menschen, von denen wir umgeben sind, bereichern unsere Arbeit. Die Zeit und Konkurrenz bleibt nicht stehen, daher sind wir laufend im Austausch mit Kunden, Partnern und Investoren, um Everon auf die nächste Ebene zu heben. Das Umfeld ist so dynamisch, dass jeder Tag neue Herausforderungen mit sich bringt. Da bei unserer Grösse die Hierarchien sehr flach sind, können Entscheide sehr schnell getroffen werden, ohne Zeit zu verlieren.

Niemand ist perfekt – Dinge, die wir beim nächsten Mal anders machen würden:
Aus Fehlern können wir lernen und in den letzten Jahren gab es bestimmt einige. Definitiv wichtig ist, dass die Work/Life-Balance und die Unternehmenskultur von Anfang an neuen Mitarbeitenden vorgelebt werden, da wir mit unserem Fintech-Mindset auch gesunde und nachhaltige Werte vertreten. 

Die dunkle Seite der Selbstständigkeit:
Probleme lösen sich in einem kleinen Unternehmen nie von selbst und delegieren ist nicht möglich. Wir haben gelernt, dass jeder Verantwortung übernehmen muss und laufende Aufgaben abgeschlossen werden müssen. Das kann auch mit einer erhöhten Arbeitsbelastung zusammenhängen, da Deadlines eingehalten werden müssen, um gegenüber Kunden, Partnern und Investoren das versprochene Produkt zu liefern. Dies hat auch zu einem Zusammenhalt innerhalb unseres Teams geführt und wir blicken mit Stolz auf zahlreiche schöne Momente zurück.

Dos & Don't's: Ratschläge für angehende Unternehmer:innen:
In der Aufbauphase ist es wichtig, dass alle offen und ehrlich ihre Meinung äussern. Vieles baut auf Vertrauen auf. Zu lange Diskussionen können aber auch dazu führen, dass bei gewissen Themen eine Entscheidung hinausgezögert wird. Deshalb hat sich bei Everon der Begriff «en Pflock iischlah» bald durchgesetzt. Wir haben auch gemerkt, dass wir in der Aufbauphase häufig sehr tief im Thema sind und dabei viel Zeit für Details eingesetzt haben. Essenziell für uns war auch der Austausch mit dem Umfeld, den Partnern und den Investoren. Ein weites Netzwerk hilft laufend, viele Perspektiven miteinzubeziehen und den richtigen Weg einzuschlagen. 

Beste Teambuilding-Übung:
Everon hat im Herbst 2022 sein erstes Offsite gehalten. Wir wollten damit Platz für den menschlichen Austausch schaffen und mit etwas Abstand auf die geleistete Arbeit zurückschauen. Am Ende des Tages ziehen alle Mitarbeitenden am gleichen Strang und ein Offsite ist die perfekte Gelegenheit, um die Werte und Ziele nochmals spielerisch zu vermitteln. Auch regelmässige Events wie ein monatliches Frühstück, das gelegentliche Feierabendbier oder ein Go-Kart-Event für etwas mehr Adrenalin, dürfen dabei keineswegs fehlen. 

Inspiration unsere Vorbilder: 
Das sind alle anderen Jungunternehmer, welche in der Schweiz innovieren und den Mut haben etwas selbst aufzubauen, an das sie glauben. Auch gehören unsere Mentoren dazu, welche ihre Erfahrung an uns weitergeben, damit wir Everon zielführend weiterentwickeln und nicht vom Weg abkommen. Und schliesslich sind es unsere Teamkolleg:innen, welche tagtäglich an die Vision von Everon glauben und uns zeigen, dass wir unsere Ideen auch tatsächlich verwirklichen können.

Die UZH bedeutet für uns: 
Wahnsinnig viele Erinnerungen und Begegnungen für alle vier Gründer: Einige von unseren Mitarbeitenden haben wir im Studium kennengelernt und bald nach dem Abschluss eingestellt. Die UZH hat uns das Wissen vermittelt und uns den Kick gegeben, uns nach dem Studium selbständig zu machen und aktiv unseren Beitrag in der Gesellschaft und Wirtschaft zu hinterlassen. Auch sind wir dankbar, dass wir einen regen Austausch mit Prof. Dr. Hens pflegen durften, der uns im Bereich Banking & Finance und Behavioral Finance immer wieder wertvolle Ratschläge mit auf den Weg gegeben hat.

Das Gründungsteam von Everon: Jonas Bächinger, Lilais Funk, Brice Zanetti, Florian Rümmelein (v.l.n.r.)

UZH Startup Label
Seit 1999 wurden an der Universität Zürich mehr als 100 Spin-offs gegründet, die basierend auf Technologien der UZH neue Produkte entwickeln oder zur Marktreife führen. Studierende und Ehemalige der UZH gründeten zudem eine Vielzahl weiterer Startups. Seit 2017 vergibt die UZH ausgewählten Spin-offs und Startups das UZH-Startup-Label. Mit dem UZH-Startup-Label werden Unternehmen Teil einer innovativen Gemeinschaft an der Universität Zürich.
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Anna-Julia Lingg, UZH Alumni

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