Nach der coronabedingten Pause im Vorjahr veranstaltete UZH Alumni am letzten Samstag im Oktober den traditionellen Herbstanlass mit einem Programm am Flughafen Zürich für 100 Teilnehmende. UZH-Alumnus Andreas Schmid, Verwaltungsratspräsident der Flughafen Zürich AG, und Thomas Frick, ehemals Chief Operating Officer (COO) der SWISS und derzeit für verschiedene Projekte verantwortlich, zeigten, wie der Aufbruch nach dem historischen Einbruch im Corona-Jahr 2020 gelingen soll. 

Mittagessen im Runway 34

Der ausgebuchte Anlass begann mit dem Vortrag von UZH-Alumnus Andreas Schmid, der die Bedeutung des Luftverkehrs für Wirtschaft, Wissenschaft und Tourismus, gesellschaftlichen Wohlstand sowie kulturellen und gesellschaftlichen Austausch betonte. 190'000 Arbeitsplätze hängen schweizweit an der Luftfahrt, wie Thomas Frick später ergänzte. 

Eindrücklich schilderte Schmid emotionale Momente, als er im April und Mai 2020 praktisch allein am Flughafen war an Tagen mit weniger als 2'000 Passagieren, wie zuletzt in den 1950er Jahren zu den Anfängen des Flughafens, Läden und Restaurants geschlossen. Vor der Pandemie waren täglich 100'000 Passagiere über den Flughafen Zürich gereist. Keiner hatte damit gerechnet, dass der internationale Flugverkehr monatelang nahezu stillstehen würde. Die Zahl der Passagiere ging 2020 um 75% zurück. Zwar steckt der Flughafen derzeit immer noch in der Krise, allerdings nehmen die Passagierflüge wieder zu und das Bedürfnis nach Mobilität ist gross. Und dem Flughafen kommt zugute, dass er stets konservativ finanziert gewesen ist. 

Durch die Pandemie geholfen haben auch die Frachtflüge mit medizinischem Material und Masken und die Repatriierungsflüge, wie Thomas Frick am Nachmittag berichtete. Ziel war es, den Flugbetrieb während der Pandemie am Leben zu erhalten. Im Unterschied zum Grounding der Swissair vor 20 Jahren waren dieses Mal praktisch alle Airlines am Boden. Inzwischen werden fast sämtliche SWISS-Destinationen wieder angeflogen, viele aber nur einmal wöchentlich. Auch das Personal ist immer noch in Kurzarbeit, 20% der Arbeitsplätze sollen im Rahmen der Restrukturierung abgebaut werden. Die Airline-Branche wird länger von Covid-19 betroffen sein als andere Industrien und ihre Erholung über 2023/24 hinaus dauern, so Frick. Unsicher ist derzeit, wie sich der Geschäftsreiseverkehr nach der Pandemie entwickelt. Im Tourismus kehrt langsam eine Beruhigung ein und am Wochenende erreicht der Flugverkehr Spitzen, die fast so hoch wie früher sind. Das Schutzkonzept der SWISS hat sich bewährt und die Lüftung auf den Flügen ist effizient, kein Ansteckungsfall ist bekannt. Ebenso hat der Krisenstab die SWISS gut durch die letzten Monate geführt. Es wird in neue Flugzeuge investiert, die nachhaltiger sind, weil sie deutlich weniger Treibstoff benötigen als die Vorgängermodelle. Die Zeichen am Flughafen Zürich stehen auf Aufbruch. 

Zwischen den beiden Vorträgen erkundeten die Teilnehmenden das neue Areal «The Circle». Im «Runway 34» verwöhnte die Crew des Flug-Erlebnis-Restaurants sie mit einem feinen Menü bei gutem Blick auf die startenden Flugzeuge. 

Christina Gehres, UZH Alumni
Bilder: Meinrad Schade

Impressionen:

UZH-Alumnus Andreas Schmid, Verwaltungsratspräsident der Flughafen Zürich AG
Führung durch «The Circle»
Führung durch «The Circle»
Thomas Frick, ehem. Chief Operating Officer der SWISS

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